Ferchland l Einige Jugendliche haben mit am Tisch gesessen bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Ferchland. Immerhin sechs Mitglieder zählt die Jugendfeuerwehr. Diesbezüglich stehen die Ferchländer weitaus besser da als viele andere Ortsfeuerwehren der Region, die gar keine Jugendfeuerwehr mehr haben.

Bei der Einsatzgruppe aber sieht das ganz anders aus. Diese habe derzeit nur sieben Mitglieder, sagt Ortswehrleiter Olaf Gottemeier-Schulze in seinem Bericht. Zwölf Mitglieder gehören zur Alters- und Ehrenabteilung, drei sind passiv. Auch in Sachen Qualifikation ist noch viel nachzuholen: 2013 war keiner der Aktiven bei einer überregionalen Ausbildung dabei. "Das soll dieses Jahr verstärkt nachgeholt werden", versprach der Ortswehrleiter. Zudem haben nur vier der sieben Kameraden die geforderte Mindestzahl von 40 Stunden bei der Standortausbildung erreicht, kritisierte Gemeindewehrleiter Dietmar Kohrt.

"Hier muss etwas passieren!", mahnte Kohrt. "Mit sieben Einsatzkräften ist diese Wehr nicht leistungsfähig!" Für einen Ort in der Größe Ferchlands seien mindestens zwölf aktive Kameraden notwendig, und der Qualifizierungsstand sei zudem völlig unzureichend. Olaf Gottemeier-Schulze sei der einzige Gruppenführer, und ganz dramatisch sei die Tatsache, dass es nur einen Atemschutzgeräteträger in der Wehr gebe.

Eine positive Tendenz zeichnet sich darin ab, dass es seit nunmehr einem Jahr eine gute Zusammenarbeit mit der Derbener Ortsfeuerwehr gebe. Seit einem Jahr werden die Dienste gemeinsam absolviert, berichtete Olaf Gottemeier-Schulze. Darüber sei er sehr froh. "Wir sind sehr gut zusammengewachsen."

Und positiv sei auch, dass sich die Ferchländer Kameraden rege am Dorfleben beteiligen, unter anderem beim Eisbaden, beim Weihnachtsbaumverbrennen, beim Weihnachtsmarkt, bei der Absicherung des Motocross. Dafür dankte auch Ortsbürgermeister Walter Henning seiner Feuerwehr. "Ihr seid aus dem Ortsleben nicht wegzudenken!" Über die Zusammenarbeit mit Derben freue er sich, und er betonte, dass eine Ortsfeuerwehr mit solchen Problemen große Unterstützung von der Gemeindewehrleitung brauche.

Seiner Meinung, dass die 40 Stunden Mindestausbildung zu hoch angesetzt seien, widersprach Günter Fricke, der im Gemeindeamt unter anderem für die Feuerwehren zuständig ist und selbst Mitglied in der Hohenseedener Wehr. "Kameraden, die regelmäßig da sind, haben 60 bis 80 Ausbildungsstunden, da sind 40 keine Hürde!"

Alarm gab es für die Ferchländer Wehr 2013 nur dreimal, berichtete Olaf Gottemeier-Schulze: einen Fehlalarm im Holzwerk, einen Gartenbrand und einen vermeintlichen Waldbrand, was sich auch als Fehlalarm erwies. "Die größte Herausforderung war das Hochwasser", fügte der Ortswehrleiter an. Zwölf Ferchländer Kameraden seien dabei im Einsatz gewesen.

Außerdem waren einige bei der Brandsicherung zum Sachsen-Anhalt-Tag dabei, außerdem bei den Tagen der offenen Tür der Feuerwehren Zerben, Parey und Bergzow sowie an der Winterwanderung der Derbener Feuerwehr.

Ein bisschen davon, wie es früher war bei der Feuerwehr, erzählte Arno Rähse, der für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde: Sein erster Einsatz sei der Scheunenbrand bei Emil Gäde gewesen, "Da ging`s noch mit einem Karren mit Vollgummirädern hin!"