Genthin (mfe) l Über eine E-Mail eines Anwalts Noel Pirkheimer wunderte sich Volksstimme-Leser Walter Gierspeck aus Bergzow. "Die Lastschrift konnte von Ihrem Konto nicht durchgeführt werden", vermeldete der vermeintliche Rechtsanwalt. Angeblich habe der Empfänger der Mail am 6. Dezember eine Bestellung abgeschlossen und diese nicht beglichen.

In einer angehangenen Datei solle der Empfänger die Rechnung überprüfen, und mit deutlichen Worten schließen die Versender der Mail: "Falls Sie die Zahlung verweigern, werden wir umgehend ein Inkassobüro beauftragen. Davon ließ sich Gierspeck nicht beirren."Ich war mir gleich sicher, dass es sich hier um einen Betrugsversuch handelt", meint er. "Weder habe ich etwas bestellt, noch eine offene Rechnung." Er ließ die angehangene Datei unberührt und löschte die Mail. "Aber eine Unverschämtheit sind solche Zusendungen schon, wer nicht aufpasst, wird abkassiert", macht Gierspeck seinem Ärger Luft.

Im Internet veröffentlichen Nutzer ähnlich gelagerte Schreiben. Mal heißt der Anwalt darin Lenny, mal Marco oder Nick Pirkheimer. Ein deutliches Signal für eine laufende Betrugsmasche. Dass es derzeit eine gehäufte Zunahme solcher Zuschriften im Jerichower Land gibt, kann auch Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch bestätigen. Auch er rät, diese Mails zu löschen "Meist ist schon in der Adresse zu sehen, dass irgendetwas unseriös ist." Eine solche Mail könne ohnehin nie als alleinige Mahnung für einen ausstehenden Betrag gelten. "Es fehlt die Grundlage im Sinne des förmlichen Rechts", erläutert Kriebitzsch. Bei einer seriösen Forderung bekäme der säumige Schuldner ein schriftliches Einschreiben, eine Mail könne als Erinnerung dienen, mehr aber auch nicht.

Wirklich schützen kann man sich mittlerweile vor diesen Zuschriften nicht mehr. "Wer eine E-Mail-Adresse nutzt, bekommt auch solche Zusendungen. Es gibt wohl niemanden mehr, der solche Mails noch gar nicht bekommen hat", stellt der Polizeisprecher abschließend fest.