Mehr als 1200 Besucher konnte der Förderverein Stadtgeschichte mit der Ausstellung "Kultur - Kunst - Lebensweise" ins Kreismuseum locken. Der Verein plant bereits für das laufende Jahr und stellte die Eckpunkte während der Jahreshauptversammlung vor.

Genthin l Mit einer solchen Resonanz haben die Vereinsmitglieder nicht gerechnet. 1240 Besucher konnten sie in der Sonderausstellung über die Geschichte Genthins zählen. Damit machten die Zuschauerzahlen der Fördervereinsschau mehr als die Hälfte der Gesamtbesucherzahl des Museums aus, die bei 2240 Besuchern lag.

Die Ausstellung zog die Gäste auch wegen der monatlichen Begleitveranstaltungen ins Museum. "Besonders die Kochaktion mit Altbürgermeister und Vereinsmitglied Wolfgang Bernicke und die Schürzenmodenschau waren Publikumsmagneten", erklärte die Vereinsvorsitzende Lisa Wolf während der Jahreshauptversammlung.

Allerdings muss sie die Erwartungen auf eine erneute Ausstellung dieser Größenordnung in diesem Jahr enttäuschen. "Es sind im vergangenen Jahr einige Dinge liegengeblieben, die wir in den kommenden Monaten erledigen wollen." Dringlichstes Problem ist die Suche nach neuen Vereinsräumlichkeiten. "Wir möchten die Räume in der Lindenstraße gern verlassen", sagte Wolff. Die Räume in der zweiten Etage des Gebäudes seien nicht mehr zweckmäßig für die zumeist älteren Vereinsmitglieder.

Am liebsten möchten sie ihre Zelte im früheren Stadtarchiv aufschlagen und sind mit diesem Anliegen an Bürgermeister Thomas Barz herangetreten. Der konnte dem Ansinnen durchaus etwas abgewinnen, wollte sich aber noch nicht äußern. "Ich möchte die Entscheidung im März treffen", gab der Stadtchef den Vereinsmitgliedern mit auf den Weg.

Aus den Räumen muss erst noch das Verwaltungsarchiv der Stadt Genthin im Stadt- und Kreisarchiv Burg untergebracht werden. Das Geschichtsgut bleibe wie geplant in Genthin, machte der Bürgermeister zudem deutlich. Für den Verein liegen aber auch so einige Arbeiten an. So sollen die Schaukästen am Bootshaus neu gestaltet werden. Dort wird die Geschichte des Elbe-Havel-Kanals erläutert. "Mit neuen Fotos wollen wir diese Erklärungen wieder ansprechend gestalten", kündigte Wolff an.

Außerdem arbeiten die Vereinsmitglieder an Broschüren zu "Denkmälern in Genthin" sowie "Genthiner Straßen im Wandel der Zeit". Hier eine Informationsarbeit zu leisten, sei dringend notwendig, betonte Otto Schulze, der mit der Ausarbeitung betraut ist. "Viele Genthiner wissen gar nicht mehr, welche Denkmäler es gibt und auch nicht wie häufig die Straßennamen gewechselt haben", erläuterte er.

Mit dem Thema "Die Volkskunst in Genthin - von 1970 bis heute" beschäftigen sich die Vereinsmitglieder ebenfalls. "Es gibt in diesem Bereich einiges, was sich dokumentieren lässt", sagte Lisa Wolf und kündigte an, dass aus den Ergebnissen ein Kalender für das Jahr 2015 entstehen soll. Das kommende Jahr haben die Heimatforscher auch deshalb im Blick, weil zum Jahresende wieder eine große Ausstellung geplant ist.

Dann stehen Handel und Gewerbe der Kanalstadt im Mittelpunkt. Mit der Ausstellung soll nicht nur an das reiche Geschäftsleben im 20. Jahrhundert erinnert werden, sondern auch an prominente und auffällige Gewerbetreibende und Händler.