Nicht ganz so knifflig war das Heimatfotorätsel in der vergangenen Woche. Mit dem alten Landratsamt konnten viele Genthiner persönliche Erinnerungen verbinden.

Genthin l Die richtige Lösung zu unserem Heimaträtsel wussten in dieser Woche etliche Anrufer. Roswitha Faber zum Beispiel: "Ein schwieriges Rätsel", kommentierte die Mützelerin. "Aber die Kirche im Hintergrund ist ein hilfreiches Indiz." Kein Problem war die Aufgabe für Karin Gruchenberg aus Brettin. "Ich habe viele Jahre in dem Gebäude gearbeitet", sagt die ehemalige Angestellte der Kreisverwaltung.

Herbert Busse aus Altenplathow erkannte nicht nur das Landratsamt, sondern unter den Gebäuden dahinter auch den Laden "Tischlein deck dich". Busse hat in der Nähe gelernt, er erkannte auch einen dort ansässigen Bäcker wieder. "Da haben wir in der Pause immer Kuchen geholt." Am liebsten den gefüllten Streuselkuchen, der sei nämlich ausgezeichnet gewesen.

Hanni Löbert aus Nielebock erzählt von der Ausspanne, die sich dort befand, als ihre Mutter noch als Dienstmädchen arbeitete. "Mit Kutschen waren ja meistens feine Herrschaften unterwegs, von denen hat die Mutti ab und an ein schönes Trinkgeld bekommen."

Auch die Gaststätte "Goldene Kugel" ist auf dem Bild zu sehen. Sie hat Detlef Göbel sofort erkannt. Ziemlich verräuchert sei es darin gewesen. "Aber das Bier gab es für 40 Pfennig." Auch ein An- und Verkauf wurde in diesem Haus mal betrieben. Göbel erinnert sich noch daran, dass er dort seine erste Radioanlage kaufte. "Die kannte weder MP3, noch CDs, sondern spielte Kassetten ab. Und der Klang war fantastisch."

Karl-Heinz Menzel aus Genthin berichtet auch von der "Goldenen Kugel". Und erzählt, was es in dieser Straße noch alles gab: "Weiter hinten war ein Milchladen, wo später russische Spezialitäten verkauft wurden."

Ingrid Schneider erkannte das Gebäude am Balkon. "Der ist heute nicht mehr dran, wie all die anderen schönen Verzierungen an dem Haus."

Auch Siegrid Schmidt aus Genthin löste unser Rätsel mithilfe des Balkons und mit der Unterstützung ihres ehemaligen Lehrers. "Als ich zur Schule ging, hießen Wandertage noch zu recht Wandertage. Unser Lehrer legte großen Wert darauf, dass wir unsere Heimat kennenlernten. Wir sind gelaufen und nicht mit Fahrrad, Bus, Bahn oder gar mit dem Auto unterwegs gewesen."

Das ehemalige Landratsamt ist den Genthinern auch als Amtsgerichtsgebäude bekannt. Laut dem ehemaligen Stadtarchivar John Kreutzmann ist das Haus 1792 als Hafermagazin für die preußische Armee errichtet worden. Nach Gründung der DDR übernahm der Rat des Kreises Genthin das Gebäude. Nach der Wende wurde es bis 1994 als Landratsamt genutzt. Erst im Frühjahr 1995 zogen die Mitarbeiter des Amtsgerichtes dort ein. Bei einer Versteigerung in Berlin hat die GWG "Frohe Zukunft" das Haus vor einigen Jahren erworben.

Gewonnen hat Karl-Heinz Menzel. Er kann sich seinen Gutschein in der Redaktion montags bis freitags zwischen 9 und 17 Uhr abholen.

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