Jerichow (sta) l Das AWO Fachkrankenhaus Jerichow baut die schmerztherapeutische Behandlung aus. Dr. Thomas Wieser steht jetzt als Chefarzt gemeinsam mit Dr. Petra Zacke der Fachabteilung Neurologie vor. "Wir freuen uns, dass wir mit Dr. Wieser einen hervorragenden Spezialisten auf dem Gebiet der speziellen Schmerztherapie gewonnen haben", sagte AWO-Geschäftsführer Wolfgang Schuth. "Somit können wir unseren Patienten mit verschiedenen Schmerzformen eine besondere medizinische Versorgung anbieten."

Schmerzbilder, die in Jerichow behandelt werden können, sind Migräne, Spannungskopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Rückenschmerzen, neuropathische Schmerzen und Neuralgien. Ebenfalls behandelt werden können Patienten, die zu viele Medikamente einnehmen und vielleicht sogar schon von diesen abhängig sind.

Der Facharzt für Neurologie hat annähernd 20 Jahre Berufserfahrung als Spezialist für Schmerzen: Seit Beginn seiner Berufstätigkeit arbeitet er mit Schmerzpatienten, zunächst an der Universitätsklinik Münster in einer der größten deutschsprachigen Kopfschmerzambulanzen. Nach dem Wechsel an die Universitätsklinik Halle/Saale widmete er sich dem Aufbau einer Kopfschmerzambulanz, die sich rasch überregional erfolgreich etablierte und bis heute besteht. Nach Abschluss der Facharzt-Ausbildung wechselte er zunächst in die Schmerzambulanz der Universität Wien und war dann sieben Jahre als Oberarzt und Leiter der Schmerzambulanz in einem Krankenhaus in Wien tätig. 2006 erwarb er die Anerkennung der Zusatzbezeichnung "Spezielle Schmerztherapie".

Auch wissenschaftlich setzte er sich mit dem Thema Schmerz auseinander. Ob und in welchem Ausmaß Migräne eine erbliche Erkrankung ist und warum einige Patienten chronische Schmerzen entwickeln und andere nicht, sind Fragen, die ihn beschäftigt haben.

Den Schwerpunkt seiner zukünftigen Arbeit sieht Dr. Wieser darin, ein interdisziplinäres, multiprofessionelles Team im Fachkrankenhaus Jerichow aufzubauen, das aus Fachärzten für Neurologie und Psychiatrie, Schmerztherapeuten, Psychologen sowie Physio- und Ergotherapeuten besteht. Zur Anwendung kommen Physiotherapie, Entspannungsverfahren, Ergotherapie, medizinische Trainingstherapie, sensomotorisches Training, Arbeitsplatztraining, Kunst- und Musiktherapie in einer modernen Therapieeinrichtung in einer Parklandschaft abseits von Hektik und Trubel.

Zentrales Therapiekonzept bei der multimodalen Schmerztherapie ist, den oftmals komplexen Hintergrund der Erkrankung zu erfassen. Das heißt, nicht ausschließlich auf eine Symptomreduktion (Schmerz) hinzuarbeiten, sondern alle Aspekte der Schmerzerkrankung zu erfassen und zu behandeln und damit die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.