Tucheim l "Ihr seid ein Fels in der Brandung. Es macht Euch allen Spaß, Feuerwehr zu leben", machte Stadtwehrleiter Achim Schmechtig in seinen Worten nach dem Jahresbericht des Ortswehrleiters deutlich. Im Bereich der Einsatzfeuerwehren der Stadt Genthin sind die Tucheimer Kameraden mit ihrem Altersdurchschnitt von 34,2 Jahren die Zweitjüngsten.

Zu elf Einsätzen rückte die Ortswehr im letzten Jahr aus. Dabei kamen 28,25 Einsatz- und 210,25 Mannstunden zusammen. Sechs der elf Einsätze waren Brandeinsätze, fünfmal war Technische Hilfeleistung gefragt. Die sechs Brandeinsätze bedeuten gegenüber dem Jahr 2013 einen Rückgang um 73 Prozent. Tobias Jeserick: "Das ist der tiefste Wert seit fünf Jahren." Aber alle Brandeinsätze mussten unter schwerem Atemschutz absolviert werden. Erfreut zeigte sich der Ortswehrleiter darüber, dass die Wehr rund um die Uhr einsatzbereit war. Es kamen keine Menschen und Tiere zu Schaden. "Das ist eine Spitzenleistung aller Einsatzkräfte", so Tobias Jeserick.

Kontinuierlich verbessert wurde weiter die Ausrüstung der Kameraden. So wurden Bewegungsmelder für die Atemschutzgeräteträger, eine Bereitstellungsplane für Atemschutzeinsätze, Schnürstiefel, Latzhosen, Jacken, Gürtel, neue Helme für die Jugendfeuerwehr und ein Schaukasten für die Wache angeschafft. Vom Förderverein gab es 13 neue Tische für die Schulungsräume und Material für Haken der persönlichen Ausrüstung der Feuerwehrangehörigen. Auch finanziell unterstützte der Förderverein die Feuerwehr. Anlässlich der Jahreshauptversammlung übergab Fördervereinsvorsitzender Frank Muranka die Unterlagen für einen neuen Kopierer, der schon aufgestellt ist.

Standausbildung nicht bei allen in Ordnung

Nicht ganz zufrieden zeigte sich der Ortswehrleiter mit den absolvierten Stunden in der Standortausbildung. Nur 24 Kameraden beteiligten sich daran. Insgesamt kamen 656 Ausbildungsstunden zusammen. Tobias Jeserick: "Das sind 115 mehr als im Jahr 2012." Und nur sieben von ihnen schafften die vorgeschriebenen 40 Ausbildungsstunden. Das entspricht einem Anteil von 28 Prozent. Neun Kameraden absolvierten 20,5 bis 35 Stunden (36 Prozent) und neun brachten es lediglich auf 0 bis 17,5 Prozent (36 Prozent). "Das sind 36 zu viel", machte Marcus Stingl, stellvertretender Ortswehrleiter, deutlich. Weil ein Atemschutzgeräteträger über einen längerem Zeitraum zu wenig Ausbildungsstunden vorweisen konnte, hat er jetzt nur noch passiven Status. Insgesamt wurden 70 Ausbildungsstunden angeboten. "Damit liegen wir gut im Durchschnitt der Feuerwehren im Land", weiß der Ortswehrleiter.

An der Standortausbildung in Genthin beteiligten sich insgesamt sieben Kameraden. Sie brachten es auf 148 Stunden und fuhren bei acht Einsätzen mit. Tobias Jeserick: "Das zeigt auch die gute Zusammenarbeit der Ortswehren untereinander."

Drei Kameraden besuchten Ausbildungslehrgänge am Feuerwehrinstitut in Heyrothsberge (IBK), vier im Feuerwehrtechnischen Zentrum Burg (FTZ) und drei am Bildungszentrum der Jugendfeuerwehr. Insgesamt wurden elf Lehrgänge absolviert. "Das ist ein guter Wert für uns. In den Jahren 2011 (46) und 2012 (32) hatten wir richtig rangeklotzt", so Tobias Jeserick.

Bemängelt wurde vom Ortswehrleiter, dass am IBK Heyrothsberge Lehrgänge für die Ausbildung von Maschinisten für die Drehleiter und Kommunikation bei Großschadenslagen ausgefallen sind.

Erfreut zeigte sich Tobias Jeserick darüber, dass es wie schon im Jahr 2012 keine Unfälle gab. "Das ist ein Spitzenwert."

Kameraden haben gute Öffentlichkeitsarbeit

Auch mit der Öffentlichkeitsarbeit der Ortswehr zeigte sich der Ortswehrleiter zufrieden. Bei diversen Veranstaltungen im Ort sowie in Genthin waren die Kameraden präsent und aktiv dabei. Dabei wurden 167 Stunden geleistet. 593 Stunden kamen bei sonstigen Diensten zusammen. Dazu zählen unter anderem die Fahrzeugpflege, Bewegungsfahrten, Brunnenproben und Pflege der Fahrzeughalle. Aber auch ein Familiennachmittag innerhalb der Wehr, eine Fahrt zum Airbus-Werk in Hamburg zusammen mit dem Förderverein sowie die Weihnachtsfeier und der Jahresausklang gehören zu den Aktivitäten.

Mit einer Gedenkminute wurde dem im Mai 2013 verstorbenen Kameraden Alfred Hahn (83) gedacht.

Für Paul Karle, Fachbereichsleiter Verwaltung/Bürgerservice, war "es eine Ehre, bei der Jahreshauptversammlung dabei zu sein. Seien Sie stolz auf sich", gab er den Kameraden mit auf den Weg.

Ortsbürgermeister Joachim Böhl lobte, dass die Ortswehr immer anderen Vereinen des Ortes zur Verfügung stehe, wenn Bedarf besteht. In den letzten beiden Jahren hat der Ortschaftsrat die Ortswehr mit 2000 Euro unterstützt.

Fördervereinsvorsitzender Frank Muranka dankte für die gute Zusammenarbeit. "Ihr seid unverzichtbar", so Tobias Jeserick.

Für Genthins Stadtbürgermeister Thomas Barz sprach eigentlich schon für sich, "was ich bisher gehört habe". Er machte deutlich, dass der Brandschutz kein Opfer der Konsolidierung der Stadt Genthin ist. "Die freiwilligen Wehren sind die Grundsäulen des Brandschutzes", erklärte Thomas Barz. So wird die Ortsfeuerwehr Tucheim in Folge der Risikoanalyse eine Drehleiter erhalten. "Wir sind da auf einem guten Weg. Aber erst muss der Haushalt stehen."

Abschließend wünschte sich Ortswehrleiter Tobias Jeserick, dass "wir alle uns gestellten Aufgaben erfüllen". Und mit Blick auf die angestrebte Auflösung der Ortsfeuerwehr Paplitz gab er zu verstehen, dass Paplitzer Kameraden gerne gesehen sind und ohne Vorurteile aufgenommen werden.

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