Zum dritten Mal hat das "Erste Berliner Oktett" ein Konzert in der Seedorfer Kirche gegeben, diesmal allerdings in kleinerer Besetzung. Die Qualität hat das aber nicht beeinträchtigt: Die vielen Zuhörer in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche waren begeistert.

Seedorf l Im Mai 2011 war das Ensemble zum ersten Mal hier, und dann im gleichen Jahr zu einem Weihnachtskonzert. Damals waren die Sängerinnen und Sänger noch als "Chor des jüdischen Museums Berlin" angekündigt worden. "Das stimmte eigentlich schon damals nicht", sagte Björn Borrmann, einer der Sänger. Tatsächlich sei das Ensemble 2008 durch die gemeinsame Arbeit einiger Mitglieder im jüdischen Museum entstanden, habe damit aber gar nichts zu tun. "Wir üben reihum im Wohnzimmer der Mitglieder. Die Nachbarn können das ab, manche freuen sich sogar schon darauf und fragen: Wann probt ihr mal wieder hier?", erzählt Borrmann weiter. Er ist hauptberuflich Pfarrer, und wer glaubt, deswegen müssten die Auftritte ein bisschen "trocken und langweilig" sein, der irrt gewaltig. Björn Borrmann sprüht vor Humor und versicherte den Zuhörern schon vor dem Konzert: "Wir haben viel Spaß miteinander!" Das war dann in dem gut eine Stunde dauernden Konzert auch zu spüren.

Auch die anderen Mitglieder sind Hobbysänger: Britta Schasiepen ist Sprachtherapeutin, Dr. Johanna Goldbeck ist Studienrätin, Florian Kant ist Bankkaufmann, Uwe Nitsch Wohngruppenleiter für erwachsene Behinderte.

Die fünf sind der "harte Kern" des Oktetts. Die anderen sind nicht immer dabei und nun teilweise auch krankheitsbedingt ausgefallen. Als Quintett sind sie aber auch ausgezeichnet und haben zwischendurch sogar drei Mozart-Lieder als Terzett mit wechselnder Männerbesetzung vorgetragen.

Mit Mozart gingen sie ein bisschen "fremd" bei dem Konzert, dessen Thema eigentlich Liebeslieder der Renaissance waren. Der kleine Abstecher in die Klassik fügte sich aber sehr schön ein. Begonnen hatten sie mit einer Pavane, später folgten Madrigale von John Dowland sowie von Heinrich Schütz "Aller Augen warten auf dich Herre", und nach Mozart ging es mit Orlando di Lasso zurück in de Renaissance.

Der Kontakt zum Ersten Berliner Oktett war durch Michael Held entstanden, der durch seine Arbeit ein Chormitglied kennen gelernt hatte. Er und Martina Bröer, Vorsitzende des Dorfklubs Seedorf, hatten Sänger und Zuhörer begrüßt und bedankten sich anschließend für das schöne Konzert, verbunden mit dem Wunsch, dass es weitere geben möge. Das versprachen die Gäste aus Berlin gern, zumal das für vergangenen Juni geplante Konzert wegen des Hochwassers kurzfristig abgesagt werden musste.

Im Anschluss nahmen viele die Einladung zu einem Imbiss in der "Bauernstube" an, den Mitglieder des Dorfklubs inzwischen vorbereitet hatten.

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