Derben l Kurz und bündig wie immer erstattete Derbens Ortswehrleiter Axel Plöntzke Bericht. Zu "verstecken" braucht er sich mit seiner Feuerwehr aber nicht, denn diese verfügt nicht nur über eine aktive, gut ausgebildete Einsatzgruppe, sondern auch über eine starke Kinder- und Jugendfeuerwehr.

Von den 14 Mitgliedern der Einsatzgruppe haben im vergangenen Jahr sieben die Atemschutz-Teststrecke erfolgreich absolviert. Insgesamt kamen 459 Ausbildungs-Mannstunden am Standort zusammen.

Alarm gab es in Derben im vergangenen Jahr nur viermal: Anlässe waren ein Verkehrsunfall, ein Fehlalarm, ein Gartenfeuer und ein vermeintlicher Waldbrand, der dann aber keiner war. Dazu kamen Bereitschaft und Einsätze während des Hochwassers.

Ebenfalls 14 Mitglieder hat die Kinder- und Jugendfeuerwehr, berichtete Bianka Plöntzke. Meist ist die Truppe noch größer, denn schon seit einigen Jahren gibt es eine gute Zusammenarbeit mit der Jerichower Jugendfeuerwehr und seit vorigem Jahr auch mit der Ferchländer. "Die Ferchländer Kinder sind begeistert und wollen dieses Jahr auch wieder herkommen zur Ausbildung", freut sich die Jugendwartin.

Alle zwei Wochen trifft sich der Feuerwehrnachwuchs, wobei neben der Ausbildung auch Aktivitäten wie Fasching, Mithelfen beim Osterfeuer, Teilnahme am Herbstlauf in Mützel und Schwimmfest in Burg - wo die Derbener zwei 2. Plätze belegten - sowie Kinonachmittag, Halloween und Weihnachtsfeier sind.

Sehr gut sei ein Nachmittag zum Thema "Schminken zur Unfalldarstellung" einschließlich Übungen zur ersten Hilfe angekommen, so dass der Wunsch besteht, das dieses Jahr zu wiederholen.

Steve Flügge, stellvertretender Gemeindewehrleiter, würdigte die Leistungsfähigkeit der Derbener Feuerwehr, die als einzige im Rückebereich im Moment auch tatsächlich einsatzfähig sei. Er sprach auch das Problem der Wasserversorgung in dem hoch gelegenen Ort an: Es stehen nur Hydranten zur Verfügung, so dass größere Löschwassermengen nur über lange Wegestrecken aus den Gewässern gefördert werden können.

Die Neuderbener Wehr, die seit etwa zwei Jahren mit der Derbener zusammengeschlossen ist, hat in ihrem Gerätehaus noch einen Mannschaftstransportwagen (MTW) zur Verfügung, welcher von der Gemeindefeuerwehr auch für Fahrten zur Ausbildung genutzt wird, sagte Flügge.

Hauptamtsleiter Volker Zunder lobte vor allem die Zusammenarbeit mit Ferchland, die nun endlich in Gange gekommen ist, sowie die über Jahre stabile Jugendfeuerwehr. "Dafür braucht es eine engagierte Kraft", betonte er und dankte Bianka Plöntzke. Aus dem Dorfleben sei die Derbener Feuerwehr nicht wegzudenken, bekräftigte Zunder auch.

Diese Tatsache ist für Ortsbürgermeister Werner Meier auch der Hauptgrund dafür, dass er im vorigen Jahr damit begonnen hat, die Gründung eines Feuerwehr-Fördervereins vorzubereiten. Gesprochen worden sei darüber schon länger, erinnerte er. "Es geht darum, dass die Feuerwehr dazu da ist, ihre Aufgaben zu erfüllen. Und das, was im Dorf passiert, kann der Verein übernehmen."

Werner Meier ist zuversichtlich, im Dorf Mitglieder für den Verein zu gewinnen, denn er wolle auf keinen Fall, dass die Hauptarbeit für den Verein bei den aktiven Kameraden hängen bleibe, betonte er. Aus den Reihen der Kameraden kamen sowohl Skepsis als auch große Zustimmung, und nach einiger Diskussion verblieb man so, dass Werner Meier die Gründungsversammlung für den Förderverein vorbereiten wird.