Strahlender Sonnenschein, Frühlingswetter: Eine muntere Schar Großwulkower bricht in bester Stimmung nach Kleinwulkow auf, um dann gemeinsam Richtung Havemark zu wandern. Die neunte Grünkohlwanderung in der Gemeinde fand am Sonnabend statt.

Wulkow l Etwa 40 Wanderfreunde starteten von Großwulkow, etwa 20 weitere stießen in Kleinwulkow dazu, und noch eine ganze Anzahl Wulkower, die nicht mehr so weit laufen können, hatten sich lediglich zum Grünkohlessen in der Gaststätte Gericke angemeldet. Dort ließ man in fröhlicher Runde den Tag ausklingen.

"Das erste Mal haben sich Großwulkower und Kleinwulkower hier an der Schaugrabenbrücke getroffen", erzählt Ortsbürgermeister Robert Krebs, als die Gruppe hier ihren ersten kleinen Stopp einlegt. "Dann sind wir am Graben entlang nach Havemark gelaufen, der Schneematsch war höher als die Schuhe, und alle hatten nasse Füße", erinnert er sich lachend. Denn einen Weg gibt es hier nicht.

Seither läuft es so, dass die Großwulkower die Kleinwulkower abholen und man auf festen Wegen bleibt. Die Strecke ist nun jedes Jahr die gleiche, aber das macht nichts. Es ist schön hier im "Revier Havemark" mit seinem vielen Wald. Zu entdecken gibt es immer etwas Neues, vor allem aber ganz viel zu erzählen und Spaß zu haben. Und das ist bei dieser Tour das Allerwichtigste.

Mit "Probe-Grünkohlessen" bei Gerd Bunjes fängt alles an

Wer damals der Initiator der Wulkower Grünkohlwanderungen war? "Das war Gerd Bunjes", erzählen die Wanderfreunde. Der gibt den Ball weiter an Richard Ziegeler: "Er hatte im Fernsehen einen Bericht über Grünkohlwanderungen in Ostfriesland gesehen. Da ist das gang und gäbe. Er sagte zu mir: Da kommst du doch her! Kannst du sowas bei uns auch organisieren?"

Konnte er. Angefangen hat es damit, dass Gerd Bunjes zu Hause bei sich und seiner Familie ein Grünkohl-Probeessen veranstaltet hat. Eingeladen waren jeweils einige Leute aus Groß- und Kleinwulkow. "Auch Gastwirtin Silke Gericke hatten wir eingeladen, denn wir hatten ja vor, uns künftig zum Essen in der Gaststätte zu treffen." Insgesamt waren es 16 Leute.

Dieses Probeessen ist dann "voll eingeschlagen". "Es gab erst Grünkohl, später Kaffee und Kuchen, und abends haben wir noch Bratkartoffeln zum Grünkohl gemacht." Zu trinken gab es auch reichlich, und so endete dieser Tag damit, dass man sich nach zwölf fröhlichen Stunden einig war: "Ja, wir machen das!"

Damals sei Silke Gericke noch skeptisch gewesen, ob sich das überhaupt lohnen würde mit dem Kochen in der Gaststätte, ob überhaupt genug Leute kommen würden. "Wir hatten zunächst auch gedacht, da kommen bloß die 16 vom Probeessen", gesteht Gerd Bunjes und schmunzelt, denn damals, bei jener ersten Grünkohlwanderung, hatten sich schließlich 90 Teilnehmer angemeldet. Das war wirklich eine Überraschung.

Im Vorfeld waren Zettel in den Ortsteilen verteilt worden. In Kleinwulkow hatte die Organisation Reiner Busse in die Hand genommen. Und in Havemark sind es jedes Jahr Carola Quägwer und Herbert Borys, die alles für die Rast vorbereiten, berichtet Gerd Bunjes. Auch diesmal standen schon Schalen mit Knabbereien um den robusten Tisch auf dem Platz mitten in dem kleinen Ortsteil, und auch zwei Schubkarren mit dicken Holzscheiten standen bereit für den kleinen Spaß-Wettbewerb "Großwulkow gegen Kleinwulkow". Völlig egal, wer gewinnt.

Und auch beim Boßeln auf dem letzten Wegstück zurück nach Großwulkow geht es nicht um Sieger und Verlierer, sondern nur um den Spaß. Auch das hat Gerd Bunjes aus Ostfriesland mitgebracht, wo dieser lustige Sport weit verbreitet ist. Robert Krebs ließ auch diesmal nicht locker, bis Mannschaften aufgestellt waren, obwohl es eigentlich schon ganz schön spät war beim Aufbruch in Havemark und die Wirtin mit dem Essen wartete...

Staudentauschbörse und noch einige weitere Ideen

Die Grünkohlwanderung hat Groß- und Kleinwulkower wieder ein Stück näher zusammenrücken lassen, das finden viele. Später hatte Gerd Bunjes, der begeisterte Hobby-Gärtner, noch die Staudentauschbörse ins Leben gerufen, die am 12. April jetzt zum dritten Mal stattfinden wird. Hier ist der Heimatverein Veranstalter, der in Zusammenarbeit mit den beiden Feuerwehren auch die Grünkohlwanderung organisiert. "Es gibt noch mehr Ideen", verrät Gerd Bunjes. Von Dirk Braunschweig komme der Gedanke, ein Schlachtefest zu veranstalten. "Denn Erntefeste gibt es schon genug in der Region."

So kommt das Dorfleben wieder ordentlich in Schwung, entgegen allen "Unkenrufen", dass nichts mehr los sei auf dem Lande. Immerhin war die Schließung des Kleinwulkower Kindergartens ein spürbarer Einschnitt, aber wegen immer kleinerer Kinderzahlen kaum zu vermeiden

Kinder und Jugendliche waren nun auch bei der Wanderung dabei, ganze Familien vom Kind bis zu Oma und Opa, und auch Verwandte und Freunde aus der Umgebung.

   

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