Burg l Schneidwerkzeugmechaniker - ein Beruf mit Zukunft. In Fred Sommers Unternehmen werden Werkzeuge für die Raumfahrt und für Windkraftanlagen hergestellt, in Forschungsprojekten neue Werkzeuge konstruiert. Jedes Jahr sucht der Genthiner einen Auszubildenden, zum zweiten Mal stellt er sein Unternehmen auf der Ausbildungs- und Qualifizierungsbörse in Burg vor - bisher ohne Erfolg.

Wenn es Bewerber gibt, scheitert es meist an den schulischen Voraussetzungen. "Die Mathe-Kenntnisse reichen nicht aus." Fred Sommer erklärt: "Was Noten und Abschluss angeht, sind wir kompromissbereit, aber die Arbeit ist hochpräzise und dafür muss man gut rechnen können."

Danielle Levin schaut sich die scharfen Werkzeuge an Sommers Stand genau an. Die 14-jährige aus Klitsche kann sich gut vorstellen, im handwerklichen Bereich zu arbeiten. "Ich will Kfz-Mechatronikerin werden - wie mein Bruder", erklärt Danielle. Schulkameradin Franziska Trzebinski hat noch nicht so genaue Vorstellungen. Für die 15-Jährige aus Genthin liegt jede Menge Informationsmaterial in der Burger Stadthalle aus.

Zum Beispiel am Stand vom Erlebnisdorf Elbe-Parey: Dort könnte sie sich zur Fachkraft im Gastgewerbe, Köchin, Restaurant- oder Hotelfachfrau ausbilden lassen. Jedes Jahr werden acht neue Bewerber gesucht. "Für uns ist es am wichtigsten, dass die Auszubildenden Freude am Umgang mit Menschen haben", sagt Ulrike Brune vom Erlebnisdorf.

Die Menschen stehen auch in der Seniorenresidenz Stiemerling in Gommern im Mittelpunkt. "Wir wollen, dass unsere Bewohner noch mal so richtig Freude haben und die Lust am Leben behalten", erklärt Dagmar Flögel mit einem Lächeln im Gesicht. Und erzählt sofort von ihrem letzten "Erfolgserlebnis": "Letztes Jahr kam eine ältere Frau zu uns, die überhaupt keinen Lebensmut mehr hatte, und zu Silvester saß sie mit uns bis in den Morgen am Tisch und hat gelacht."

Flögel ist seit zwölf Jahren dabei und übernimmt die Pflegedienstleitung. Neben ihr am Stand steht die 29-jährige Uta Bahnemann. "Wenn man einmal dabei ist, hört man nie wieder auf." Lisa Rente will Altenpflegerin werden. Und Uta Bahnemann erklärt der 16-jährigen Genthinerin was das bedeutet: "Bei weitem nicht nur Essen anreichen und waschen, sondern vor allem Zuhören, mit den alten Menschen reden." Kehrseite: Die Arbeitszeiten. "Wochenende und Feiertage müssen wir oft arbeiten, deswegen muss man diesen Beruf mit Herz machen", so Flögel.

Zwischen den Unternehmern stellen sich auch Bildungsträger vor. Karina Ahrendt ist am Stand des Magdeburger Bildungswerkes R. Welling fündig geworden. Die 36-Jährige ist gelernte Bürokauffrau und will sich im Bereich Lohn- und Gehaltsabrechnung weiterbilden. "Ich hoffe, dass ich damit in meinem Beruf arbeiten kann", sagt die Dannigkowerin.