Erfolgreiche Premiere des Berufsbildungstages im Genthiner Rathaus. Zahlreiche Schüler informierten sich an zwölf Stationen über Berufe und den Weg in die Ausbildung. Geplant ist, den Informationstag jährlich fortzuführen.

Genthin l "Wir werden in diesem Jahr zum ersten Mal einen Ausbildungsplatz `Fachangesteller für Medien und Informationsdienste` anbieten", erläuterte Gabriele Herrmann, Leiterin der Stadt- und Kreisbibliothek der Gruppe aus der Sekundarschule Brettin. Man könne nicht nur in Bibliotheken arbeiten, sondern auch in Archiven oder Bildstellen. "Das klingt ganz interessant und ich könnte in Genthin bleiben", meinte Achtklässlerin Emely Seeger. Ob sie sich für diesen Beruf bewerben wird, wusste sie nach dem Gespräch noch nicht.

"Der Berufsfindungstag ist auch dafür da sich über die Palette der vielen Berufe zu informieren, die es hier vor Ort gibt", findet auch Tom Golke vom Projekt Genthin 2020, durch das der Berufsfindungstag ins Leben gerufen wurde. In vielen Bereichen wie Handwerk, Handel und Industrie werden aktuell Ausbildungsplätze in Genthin und Umgebung angeboten. "Wir suchen neben Sekundarschülern und Abiturienten auch Studenten, die in unserem Betrieb in verschiedenen Bereichen ausgebildet werden", sagte beispielsweise Peter Ewert, Inhaber der Firma Ewert Objekt-Einrichtung.

Ein Dutzend Infostände gab es im Sitzungssaal des Rathauses, die von Beginn an von Schülern, Eltern und Lehrern umlagert waren. "Wir haben einige interessante Gespräche geführt", stellte Rolf Huntas, Gebietsleiter der ÖSA-Versicherungen fest. Gemeinsam mit Ute Lichtenberg stellte er den Beruf des Versicherungskaufmannes vor.

"Also, für mich ist das nicht der richtige Beruf", war sich Josephine Kilmey nach dem Gespräch sicher. "Auch für solche Erkenntnisse kann ein solcher Tag gut sein", meinte Alexander Otto von Genthin 2020. Viele Jugendliche seien nicht so gut über die Berufsbilder informiert. Das stellte auch Hartmut Schulze, Ausbildungsverantwortlicher der Sparkasse Jerichower Land fest. "Es sind hier sehr unterschiedliche Zielgruppen vor Ort."

Nicht wenige holten sich Anregungen für ihre spätere Berufswahl. Einen Einblick in die Arbeit im Gesundheitswesen gab es am Tisch des DRK Jerichower Land. "Nicht nur Berufe in der Altenpflege, sondern auch Erzieher werden bei uns ausgebildet", erläuterte DRK-Vorstand Andy Martius. Er hoffte, dass sich durch den Berufsfindungstag einige Schulabgänger mehr für eine Ausbildung im Gesundheitswesen interessieren.

Interesse wecken wollte auch die Firma Buchheister Straßenbau vor dem Rathaus. "Wir haben unseren Bagger mitgebracht und sind von vielen Leuten angesprochen worden", freute sich Tobias Buchheister. Es gehe ihm darum, das Unternehmen bei jungen Leuten als möglicher Arbeitgeber bekannt zu machen.

Doch vor dem Weg in den Beruf steht die Bewerbung. Dazu bot die Genthin-2020-Mitglieder eine Beratung. "Es liegt einiges im Argen", machte Projektmitglied Janek Hinze deutlich. "Handgeschriebene Bewerbungen mit Korrekturen, falsche Anreden oder unvollständige Angaben haben wir gefunden", zählte er einige der häufigsten Fehler auf.

Eine Weiterführung der Beratung bietet deshalb der Rotary Berufsdienst. "Wir wollen im April oder Mai in Genthin einen Workshop rund um das Thema Bewerbung durchführen", erläuterte Dr. Gordon Heringshausen. Über die genauen Daten wolle der Club noch informieren.

So setzt sich die Berufsbildung auch über die Veranstaltung hinaus fort. Die Macher des Tages zogen eine erste positive Bilanz. "Ich denke, dass der Berufsfindungstag nun jährlich fortgesetzt wird", stellte Alexander Otto in Aussicht.

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