Elbe-Parey/Zerben (sta) l Die Feuerwehren der Gemeinde Elbe-Parey verfügen jetzt über einen "Rettungspack", auch genannt "Sicherheitstrupp-Tasche". Dieser enthält neben einer Atemluftflasche mit rund 1 800 Liter komprimierter Atemluft auch eine Rettungshaube, ein Tragetuch und Werkzeug, welches der Sicherheitstrupp benötigt.

Bereits vor drei Jahren hatten die Verantwortlichen der Feuerwehren in der Gemeinde Elbe-Parey über die Anschaffung eines Rettungspacks nachgedacht und Informationen hierzu eingeholt, berichtete der stellvertretende Gemeindewehrleiter Steve Flügge. Ende 2013 wurde diese Ausrüstung von der Gemeinde Elbe-Parey beschafft und an die Feuerwehr übergeben. Die Planung dafür erfolgte bereits 2012 durch die Gemeindewehrleitung und das Gemeindeamt.

Letzter Anstoß für die sofortige Beschaffung war die Übung, die im November 2013 auf dem Gelände der Straßenmeisterei in Parey stattfand, erklärte Flügge. Dort wurde das Fehlen eines Rettungsgeräts von den Beobachtern der Übung erneut bemängelt.

Der Rettungspack ist zur technischen Unterstützung des Sicherheitstrupps angedacht, welcher bei Brandeinsätzen der Feuerwehr immer gestellt werden muss, erläutert Steve Flügge. "Das heißt, wenn ein Gebäude oder eine Wohnung brennt und die Kameraden unter Atemschutz die Brandbekämpfung oder Menschenrettung vornehmen, stehen mindestens zwei Kameraden komplett mit Atemschutzgeräten ausgerüstet in Bereitschaft, um in einer Notsituation sofort eingreifen zu können."

Diese Notsituation beziehe sich nur auf die im Einsatz befindlichen Feuerwehrkräfte. "Wenn also ein Kamerad im brennenden Gebäude zum Beispiel durch einen herabfallenden Balken eingeklemmt oder verletzt wird, tritt der Sicherheitstrupp in Aktion und befreit den Kameraden aus dieser Notsituation."

Ebenso könnte plötzlich bei den im Einsatz befindlichen Kräften das Atemschutzgerät versagen oder der Luftvorrat zu Ende sein, nennt Flügge ein weiteres Beispiel. "Hier kann der Sicherheitstrupp ebenso tätig werden und mit dem Rettungspack eine stabile Luftversorgung gewährleisten."

Zwar seien diese Beispiele nicht die Regel, können jedoch auftreten, wie die Statistik beweise, begründet Flügge. "So sind in den Jahren 2000 bis 2012 vierundsiebzig Feuerwehrleute getötet und siebenhundertdreiundreißig Feuerwehrleute bei Atemschutzeinsätzen verletzt worden!"

Damit erklärt sich die Notwendigkeit einer solchen Ausrüstung. Derzeit durchlaufen alle Atemschutzgeräteträger der Elbe-Pareyer Ortsfeuerwehren eine Ausbildung mit dem Rettungspack, welche von Steve Flügge durchgeführt wird. Da er ebenfalls als Kreisausbilder für Atemschutzgeräteträger im Landkreis eingesetzt ist, bot sich dies an.

Am vergangenen Freitag waren die Kameraden der Ortswehren Derben und Ferchland an der Reihe und absolvierten die sechs Stunden dauernde Ausbildung im Feuerwehrhaus in Zerben. Nach den theoretischen Grundlagen im Atemschutz wurde praktisch geübt und das Rettungspack dafür genutzt. Verschiedene Rettungsmethoden und die Handhabung mit den Druckluftanschlüssen wurden intensiv geübt. Die Herstellung einer stabilen Luftversorgung und auch die Rettung eines Kameraden aus einem angenommenen Gefahrenbereich gehörten dazu.

Steve Flügge ist zufrieden: "Sehr motiviert meisterten die Anwesenden das straffe Ausbildungsprogramm!"

Das Rettungspack befindet sich nun auf dem Einsatzleitfahrzeug der Gemeindefeuerwehr, welches zu jedem Einsatz mit ausrückt. So kann bei Brandeinsätzen in allen Ortsteilen stets darauf zurückgegriffen werden.