Der Stadtverband der Gartenfreunde startet in die neue Saison. Am Wochenende wählten die Genthiner Kleingärtner einen neuen Vorstand und wollen sich stärker in der Öffentlichkeit präsentieren. Rückenwind kam auch vom Landesverband.

Genthin l 30 Teilnehmer aus den Kleingartensparten der Kanalstadt waren am Wochenende im Vereinslokal "Zur Gurke" in der Gartenanlage "Mühlenfeld" zusammenzukommen, um ihren Stadtverband neu auszurichten. Das war dadurch notwendig geworden, weil der langjährige Vorsitzende Werner Schneider Ende vergangenen Jahres verstorben ist. Seitdem war die Arbeit des Vorsitzenden nur übergangsweise geführt worden.

An erster Stelle stand bei der Versammlung deshalb die Wahl eines neuen Vorstandes des Stadtverbandes. Zum neuen Vorsitzenden des Stadtverbandes wurde Reimar Porrini, seines Zeichens Vorstand der Kleingartenanlage "Am Gartenweg", gewählt. Sein Stellvertreter ist Martin Schulz, neue Schatzmeisterin ist Angelika Vollrath. Peter Staats ist zum Fachberater gewählt worden. Der neue Vorstand steht vor einigen Herausfordrungen.

Unter anderem muss er sich mit der Anlage "Waldesruh" beschäftigen. Der Verein war im vergangenen Jahr aus dem Stadtverband ausgetreten. "Er verliert dadurch den Versicherungsschutz, der bei Rechtsstreitigkeiten hilfreich sein kann", machte Peter Riebeseel, Präsident des Landesverbandes der Gartenfreunde Sachsen-Anhalt, deutlich.

Auch bei vielen anderen Dingen seien die Kleingärtner nun auf sich allein gestellt. Er sprach ein weiteres Thema an, das den Stadtverband anging: "Ihr müsst wieder stärker mit uns zusammenarbeiten." Trotz der Rührigkeit und Kompetenz des früheren Vorsitzenden sei dies in der Vergangenheit oft unterblieben.

Riebeseel bot seine Unterstützung an, um den Stadtverband zukunftsfähig aufzustellen. "Mir liegt es am Herzen, dass euer Verband genau so in den Reihen unseres Landesverbandes eingegliedert wird wie alle anderen Verbände auch", sagte der Präsident.

Denn nur gemeinsam sei man stark. In ganz Sachsen-Anhalt gäbe es derzeit rund 300 000 Kleingärtner, wenn man die Familien der Parzellenbesitzer mitzähle, bewirtschaften sie eine Fläche von rund 5500 Hektar.

"Das ist eine starke Gemeinschaft und auch ein wichtiges Wählerpotenzial", führte Riebeseel im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen aus. In Genthin bewirtschaften rund 700 Mitglieder in zehn Vereinen (darunter auch Brettin und Parey) eine Fläche von rund 40 Hektar. Allerdings macht der Leerstand derzeit rund fünf Hektar aus. Das ist grob die Fläche von fünf Fußballfeldern, die nicht genutzt wird.

"Wir werden uns jetzt verstärkt darum kümmern, diese Leerstände zu verringern", kündigte der neue Vorsitzende des Stadtverbandes an. "Wir wollen uns aber auch stärker in der Öffentlichkeit präsentieren", so Porrini.

Dafür habe er sich bereits mit dem Förderverein für regionale Entwicklung in Postdam in Verbindung gesetzt, der derzeit kostenlos Internetseiten erstellt. "Wir wollen den Stadtverband mit den Gartensparten in Genthin auf dieser Seite vorstellen."