Güsen l In der Nacht zum Donnerstag hat ein Feuer das kleinere Gebäude der Güsener Jagdhütte völlig zerstört, am Hauptgebäude ist erheblicher Schaden entstanden, aber das Haus selbst blieb erhalten. Womöglich wäre es noch schlimmer gekommen, hätte nicht eine Güsener Volksstimme-Zustellerin, die zeitig aus dem Haus ging, von weitem den Feuerschein im Wald gesehen. Sie hat gegen 3.40 Uhr die Leitstelle alarmiert.

Als sich Hans-Werner Tusch, Vorsitzender des Vereins der Natur- und Waldfreunde, sein Stellvertreter Günther Helling und weitere Vereinsmitglieder gestern Nachmittag hier trafen, um das Haus zu sichern, war die erste Schockstarre bereits überwunden. "Wir machen weiter. Osterfest und Waldfest werden stattfinden, wenn auch unter etwas anderen Bedingungen", betonte Tusch.

Gestern Abend wollten sie sich eigentlich im kleinen Haus treffen, um die Veranstaltungen vorzubereiten. Jetzt gibt es hier nur noch einen Haufen Schutt und verkohlte Balken. Verbrannt sind auch Unterlagen zu Führungen auf dem Walderlebnispfand und einige Bücher, die hier aufbewahrt wurden. Auch die Toiletten gibt es nun nicht mehr.

Das kleine Haus stand lichterloh in Flammen, als die Feuerwehren eintrafen. Insgesamt 16 Kameraden von den Wehren Güsen, Hohenseeden und Zerben waren im Einsatz, berichtete Gemeindewehrleiter Dietmar Kohrt, der auch Einsatzleiter war. "Brandbeschleuniger war auf jeden Fall im Spiel", ist er sich sicher. Weiteres versucht die Kripo zu ermitteln. "Spuren wurden gefunden", sagte Thomas Kriebitzsch, Pressesprecher der Polizei Jerichower Land. Unter anderem war auch ein Fährtensuchhund eingesetzt worden.

Zum Glück rechtzeitig bemerkt wurde, dass es auch im Haupthaus brannte. An der Tür sind Einbruchsspuren zu erkennen, und Brandspuren dahinter sowie auf einem der schweren Holztische zeigen, dass auch hier Brandbeschleuniger eingesetzt wurden. Der Tisch, einige Stühle, Fensterscheiben, Gardinen und wohl noch einiges mehr sind hin, alles andere voller Ruß.

"Wir hatten erst vor kurzem neue Lampen angeschafft", sagt Günther Helling. Und er zeigt auf ein hölzernes Schild "Jagdhütte" über der Tür, das er angefertigt und am Montag erst angebracht hatte.

Wie es nun weiter geht mit der Jagdhütte, ist noch offen. Alle Vermietungen bis Ende des Jahres wurden erstmal abgesagt. "Das aus eigener Kraft wieder aufzubauen, schaffen wir als Verein nicht", weiß Hans-Werner Tusch. Entscheiden muss ohnehin das Land, das Eigentümer ist. Der Verein hat das Gelände von der Forst nur gepachtet.

Insgesamt schätzt die Polizei den Schaden auf etwa 50 000 Euro. Die Kripo bittet mögliche Zeugen, sich unter der Telefonnummer 03921/92 00 zu melden.

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