Mit einer Andacht in der kleinen Hauskapelle sowie einem anschließenden Mittagessen und einem Kaffeenachmittag nahmen die Bewohner des Diakonissen-Mutterhauses Am Birkenwäldchen Besitz von ihrem modernisierten, lichtdurchfluteten Speisesaal.

Genthin l Am Sonnabend wurde der lang ersehnte Schlussstrich unter eine Baumaßnahme gezogen, die im Diakonissen-Mutterhaus schon monatelang den Alltag bestimmte. Dass am Ende eines, wie Pfarrer Dr. Reinhard Simon sagte, "richtig großen Wasserschadens" ein modernisierter Speisesaal entstehen würde, hatte anfänglich noch niemand für möglich gehalten.

Dr. Reinhard Simon, der bei der Andacht nach Pfarrer Barniske das Wort ergriff, ließ noch einmal die Ereignisse des vergangenen dreiviertel Jahres Revue passieren, in dem die Gemeinschaft der Hausbewohner und das Team um Leiterin Sabine Futterlieb täglich große Herausforderungen und damit auch erhebliche Einschränkungen zu meistern hatten.

Auf der Suche nach der Ursache der Wasserschäden, von dem mehrere Zimmer und der Flur betroffen waren, machten Fachleute vor knapp einem Jahr undichte Stellen an Rohren unter den Fußböden aus - eine Großbaustelle war damit im Diakonissen-Mutterhaus aufgemacht.

Investition von 150 000 Euro

Einmal voll im Baugeschehen entschloss sich die Leitung des Hauses dann, die schon lange geplante und längst überfällige Modernisierung des Speisesaals in Angriff zu nehmen. "Zuvor hatten wir uns dazu nicht in der Lage gesehen", sagte Dr. Reinhard Simon und hob damit vor allem auf die Finanzierung des Vorhabens ab. Nun taten sich günstige Umstände auf, den in die Jahre gekommenen Speisesaal zeitgemäß - mit einem großzügigen Blick in die Grünanlagen des Hauses - zu gestalten. Zum einen sei für die Wasserschäden die Versicherung aufgekommen und zum anderen konnte die Stiftung Diakonissen-Mutterhaus Genthin durch einen Verkauf die Baumaßnahme auf sichere Füße zu stellen, erklärte Dr. Simon. Mit etwa 150 000 Euro plus Eigenleistung bezifferte Sabine Futterlieb die Gesamtkosten des Projektes.

Vor 20 Jahren, 1994, war das Mutterhaus Am Birkenwäldchen für die Diakonissen gebaut worden. 2003 standen sieben von 22 Zimmern leer und damit die Zukunft des Mutterhauses auf der Kippe.

Superintendent in Ruhestand Volker von Reinersdorff, auch er war am Sonnabend anwesend, und Oberkirchenrat Thomas Begrich fanden seinerzeit einen Weg, das Haus für die Diakonissen zu erhalten und zu finanzieren. Es wurde für neue Bewohner geöffnet.

Heute lebt mit Schwester Dorothea Graumann nur noch eine Diakonisse unter dem Dach des Mutterhauses, und es gibt 25 andere Bewohner.

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