Das eingetragene archäologische Kulturdenkmal der ehemaligen mittelalterlichen Burganlage bei Parchen ist verkauft. In Gebotsschritten von 200 Euro gaben sechs Interessierte 17 Gebote bei der Grundstücksversteigerung im Internet ab. "Corax21" bekam am 6. März für 8200 Euro den Zuschlag.

Parchen l Für das diesjährige Parchener Osterfeuer, nahe den gut 41 000 Quadratmetern Fläche archäologischen Kulturdenkmals, ist schon ein Teil des Holzes für den Stapel bereitgestellt. Nebenan wird bald ein neuer Eigentümer Quartier beziehen.

Das Grundstück, knapp drei Kilometer östlich von Parchen, ist seit Anfang März nicht mehr im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Diese sei "nach ihrem gesetzlichen Auftrag verpflichtet, nicht betriebsnotwendiges Vermögen wirtschaftlich zu veräußern", teilte Burkhard Weinreich von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gestern auf Volksstimme-Anfrage mit. Außerdem hätten das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie und die Einheitsgemeinde Stadt Genthin, die am Verkauf beteiligt waren, kein Kaufinteresse an der Immobilie gehabt.

Das Grundstück muss unverändert erhalten bleiben

Das Mindestgebot für das Grundstück, das laut Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt "unverändert zu erhalten und durch keinerlei Maßnahmen zu verändern ist", lag bei 2000 Euro. Das Areal darf zudem "nicht durch land- und forstwirtschaftliche Maßnahmen" verändert werden. Ein neuer Eigentümer muss die gesetzlichen Verpflichtungen des Denkmalschutzes beachten.

Das mit Schutzstatus belegte Gelände kam für ein Gebot von 8200 Euro in einer Internetauktion bei der Deutschen Internet Immobilien Auktionen GmbH unter den Hammer. Neuer Besitzer ist ein Bieter unter dem Pseudonym "Corax21", der die 300 mal 100 Meter große Fläche jetzt besitzt.

Das Grünland ist geschütztes Biotop und eine Bebauung und Veränderung des Grundstücks ist ausgeschlossen, formulierte es die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in der Zusammenfassung des Versteigerungsangebotes.

Die Parchener nutzen den Festplatz an der "Alten Burg im Fiener", wo teils noch sichtbare Überreste einer Bebauung zu finden sind, für das jährliche traditionelle Osterfeuer, das seit 1992 regelmäßig stattfindet. Eine kleine Hügelgruppe bestehend aus Sanddünen auf dem Areal der "Alten Burg" wurde früher von den Parchenern auch gerne für den Osterbrauch des Eiertrudelns oder im Winter zum Schlittenfahren genutzt.

Bisherige Pflege durch Gemeindearbeiter und Heimatverein

Ortschronist Günther Schulenburg war seit einigen Wochen bekannt, dass die Immobilie veräußert werden soll. Das die "Alte Burg" jetzt verkauft wurde, überraschte ihn dennoch am Telefon. "Bisher hatten sich zwei Gemeindearbeiter und der Heimatverein um die Pflege des Aufgangs zu den Mauerresten gekümmert", sagt der Parchener über die Betreuung der Anlage. Zum 5. Mitteldeutschen Archäologentag im Jahr 2012 hatte Schulenburg auch Führungen auf dem Gelände geleitet.

Seit über 20 Jahren erinnert ein auf einer Düne aufgestellter Findling, mit der Aufschrift "1197 - Alte Burg", an die historische Vorgeschichte der Fläche. Bleibt abzuwarten, was der neue Besitzer mit der Immobilie vor hat, die rechtlichen Einschränkungen sind enorm.