Jahresbilanz zog der Nabu Kreisverband Jerichower Land am Wochenende. Die Umweltschützer wollen sich weiterhin für Tiere und Pflanzen engagieren. Aufgeben wollen die Naturschützer ihren Treffpunkt in Jerichow.

Parey l Nur rund ein Dutzend Mitglieder des Nabu Jerichower Land zählen zum harten Kern der Umweltorganisation. Denn die rund 100 registrierten Mitglieder kann der Verein zu seiner Jahreshauptversammlung nicht mobilisieren. "Das war schon immer so", sagt Vereinschef Sven Königsmark.

Eine eindrucksvolle Bilanz kann er seinen Mitgliedern über das abgelaufene Jahr präsentieren. Als Kreisverband ist der Nabu wirklich im gesamten Kreisgebiet aktiv.

So war Sven Königsmark im vergangenen Sommer in einigen Orten unterwegs, um Bürger, die Schwalben erlauben ihre Nester unter ihrem Dach zu bauen, mit einer Plakette zu ehren. Die eleganten Flieger sind als Nestbauer bei vielen Hausbesitzern wegen des damit verbundenen Drecks gefürchtet. Doch zahlreiche Menschen denken nun um und erlauben den insektenjagenden Fliegern den Nestbau gern. Dafür spendiert der Nabu Plaketten, damit die Bürger ihr Engagement den Nachbarn mitteilen können.

Um Unterkünfte für Tiere geht es ebenso bei einem zweiten Projekt, welches die Mitglieder in den vergangenen Monaten verfolgten. In Königsborn rüsteten die Nabu-Mitglieder in ihrer Freizeit eine alte Transformatorenstation um. Das vom Energieversorger nicht mehr genutzte Gebäude wurde der Umweltorganisation zur Verfügung gestellt. In halsbrecherischen Aktionen, schilderte Sven Königsmark, seien zahlreiche Nistkästen in dem Gebäude untergebracht worden. Unter anderem sollen sich Schleiereulen dort ansiedeln. Unter der Dachspitze wurden entsprechende Kästen im Gebäude befestigt. Für Vierbeiner bietet der ehemalige Trafo auch ein neues Zuhause. Im Erdgeschoss gibt es jetzt eine Öffnung. Igel sollen hier überwintern können. Mehr als 1000 Euro hat der kleine Verein für die Umrüstung investiert. Der Vereinschef zeigte sich aber überzeugt, dass er noch einige Spender auftreiben könne.

Aufgeben wollen die Naturschützer ihren Treffpunkt in Jerichow. Das Hochwasser im vergangenen Jahr überflutete das Gebäude, erinnerte der Vereinschef. Nun schimmele das Haus vor sich hin. Eine Investition lohne sich nicht. Zumal der Nabu vor Ort kein Mitglied habe, welches sich um das Objekt kümmere. Deswegen wollen die Naturschützer sich von dem Haus trennen. Die dort gelagerten Sachen könnten sie ebenso in einer Garage lagern.

Zu einem echten Jubiläum soll es an einem Krötenzaun bei Jerichow kommen, blickt der Vereinschef voraus. In diesem Jahr wollen die Mitglieder den 100 000. Frosch sicher über die Straße tragen. Seit der Inbetriebnahme des Zauns vor vielen Jahren seien bislang rund 98 000 Tiere sicher über die Straße gebracht wurden. Pro Jahr werden 5000 bis 15 000 Frösche mit dem Zaun aufgefangen und von den Menschen über die Straße gebracht. Offen ist, wie die Naturschützer das Jubiläum feiern wollen. Vielleicht mit einem Kuss für den Jubiläumsfrosch, scherzte der Vereinschef.