Etwa drei Hektar Fläche, davon 10 000 Quadratmeter Wildgehege. Viele neue Tiere, ein Wasserspielplatz und ein Café mit Ziegenstreichelgehege: Der Zabakucker Tierpark wird für 1,4 Millionen Euro saniert. Eröffnet werden soll im Frühjahr.

Zabakuck l Bagger, Baulärm und Gewusel. Der Zabakucker Tierpark ist zurzeit eine Großbaustelle. Mittendrin Juliane Reimann, die Diplom-Biologin leitet den Park seit Dezember 2012. 1,4 Millionen Euro investieren die Elbe-Havel-Werkstätten in den Umbau. Ein genauer Eröffnungstermin steht noch nicht fest. "Aber auf jeden Fall im Frühjahr dieses Jahres", sagt Geschäftsführerin Claudia Heuser.

Dammwild, Präriehunde und Eulen

Auf was können sich die Besucher freuen? "Viele neue Tiere", sagt Tierparkleiterin Juliane Reimann. "Die spektakulärste Neuanschaffung sind sicher die Bennett-Kängurus." Außerdem wird es Damwild, Präriehunde, Prärieeulen und sibirische Eichhörnchen geben. Die Gehege sind zur Hälfte fertig, sagt Reimann. Jetzt würden noch Feinheiten wie Raufen, Tröge oder Sitzstangen für die Hühner fehlen. Auf altbewährte Tiere wie Ponys, Ziegen und Hühner soll nicht verzichtet werden. "Sie befinden sich zurzeit im Park in Ausweichquartieren."

Juliane Reimann erklärt das Konzept des Parks: "Die Gehege werden so gebaut, dass man die Tiere vergesellschaften, also in Gruppen mit anderen Tieren halten, kann. Nandus zum Beispiel mit Alpakas. Ziegen mit Vögeln und so weiter."

Bis dahin scheint es noch ein weiter Weg. Dort wo einmal der Wasserspielplatz hin soll, rollen jetzt die Bagger. Juliane Reimann hat aber schon vor Augen, wie im Frühling alles aussehen soll: "Dort kommt das Café mit Ziegengehege hin", sagt sie und zeigt auf einen der Bagger. Auch das Café ist in Arbeit, Ende März soll mit der Innenausstattung begonnen werden.

Zu viel Lärm und Gewusel

Besonders gespannt dürften die Besucher auf die neuen Tiere sein. "Die bekommen wir durch Kooperationen mit anderen Parks", erklärt Reimann. Weil sie in der Eingewöhnungsphase viel Ruhe brauchen, von der es in Zabakuck zurzeit nicht viel gibt, kommen sie erst, wenn die Umbauten abgeschlossen sind. "Hier ist jetzt zu viel Lärm und Gewusel. Wir wollen die Tiere ja von Anfang

an artgerecht halten."

Die artgerechte Haltung der Kängurus wird für die Mitarbeiter die wohl größte Herausforderung. "Bei Kängurus in Gefangenschaft ist ein Entzündungssyndrom recht häufig, das sich vor allem im Hals- und Kopfbereich ausbreitet und eitrige Nekrosen, also schlimme Zahnschmerzen hervorruft", erklärt Reimann. Ausgelöst werde das unter anderem durch Stress und falsche Ernährung. "Das gilt es zu vermeiden." Die Kängurus brauchen ausreichend Vitamine und viel Raufutter.

Für die Haltung gibt es Vorschriften. Reimann: "Für jedes Tier in Gefangenschaft gibt es ein Gutachten. Darin sind die Mindestanforderungen an die Haltung aufgeführt." Unter anderem finden sich darin Vorschriften zu Stall- und Gehegegröße, Zaunhöhe und Nahrung.

Die Zabakucker Tiere seien auch danach ausgesucht worden, wie leicht sie zu halten sind. Die Elbe-Havel-Werkstätten als Betreiber des Parks sind anerkannter Arbeitgeber für behinderte Menschen. "Für diese darf es nicht zu schwierig sein, sich um die Tiere zu kümmern", sagt Juliane Reimann.

Die Biologin zeigt einen noch leeren Stall, in den später die Sittiche sollen. Geplant sei auch eine begehbare Voliere. "Wir wollen den Kontakt zwischen Besuchern und Tieren ermöglichen."

Pfad durch das Wildgehege

Weiter hinten entsteht das Wildgehege, verrät Reimann. Ihr Zeigefinger deutet auf ein riesiges Waldgelände. Auch dies ist für die Besucher nicht tabu. "Es wird einen Pfad geben, auf dem die Gäste das Gehege entdecken können. Auch gefüttert werden dürfen die Tiere dann."

Einzige Einschränkung: Wenn der Hirsch fegt, also sein Geweih abschubbelt, wird das Gehege geschlossen. "Dann sind die Tiere nämlich recht aggressiv."

Reimanns Rundgang über die Baustelle geht weiter. Dort wo jetzt die Ponys Heu fressen, werden sich im Frühjahr Nandus und Alpakas im Südamerika-Gehege vergnügen.

"Wir wollen mit den Neuerungen vor allem Besucher aus dem Jerichower Land, Brandenburg und dem Havelland ansprechen."

Damit die bald kommen können, sind täglich mindestens 15 Leute im Einsatz. "Das ist recht hektisch", gibt Reimann zu.

Und fordert volle Konzentration. "Wohin schließt diese Tür?", fragt sie einen der Bauarbeiter, der gerade an der Voliere für die Waschbären arbeitet. "Nach außen", antwortet der. "Sehr gut", erwidert Reimann. "Die Besucher sollen die Waschbären während der Fütterung ja sehen können", ruft sie ihm noch zu, bevor sie davon eilt. Bis zum Frühling bleibt schließlich nicht mehr viel Zeit.

 

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