Der Ferchländer Ortschef Walter Henning sorgt sich um den Hochwasserschutz im Ort. Mehr als ein Dutzend Bewohner seien nicht ausreichend vor einem neuen Hochwasser geschützt, meint er.

Ferchland l Wenn oberhalb von Ferchland die Deiche das Hochwasser halten, steigt der Pegel in Ferchland umso höher. Im vergangenen Sommer konnten die Ferchländer sehen, wie es in Zukunft auch für einige Bewohner des ansonsten sehr sicheren Elbortes gefährlich werden kann, meint der Ferchländer Ortsbürgermeister Walter Henning. Einige Häuser, so stellt sich nun heraus, stünden in überflutungsgefährdeten Bereichen. Er erwarte, dass sich der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) mit dem Thema beschäftige und einen Deich für die bedrohten Häuser errichte. So schnell werde es aber kaum gehen, sagt der Chef der Landesbehörde, Burkhard Henning. Aktuell sei der Elbort kein Thema für seine Behörde, erklärt er auf Nachfrage der Volksstimme. In den kommenden Jahren werde sich der Landesbetrieb sicherlich mit dem Thema befassen, kündigt er aber auch an. Aktuell seien die knappen Ressourcen aber in den vielen anderen Projekten gebunden.

Außerdem lässt der Chef des LHW durchblicken, dass die nun betroffenen Häuser offenbar erst nach dem Mauerfall auf den Überflutungsflächen errichtet wurden. Ferchland sei hier keine Ausnahme. Auch in anderen Orten im Land seien Häuser in bedrohten Gebieten errichtet worden.

Mittel- bis langfristig sollen auch diese Gebäude vor einem Hochwasser geschützt werden, kündigt er an. Allerdings dauere dies seine Zeit. Denn der Landesbetrieb hat aktuell sehr viel damit zu tun, die vorhandenen Schutzdeiche auf die steigenden Hochwasser anzupassen.

Bis zu einem Deichbau muss die Gemeinde die betroffenen Gebäude selbst schützen. Biederitz hat dies am Umflutkanal jahrelang praktiziert. Tausende Sandsäcke schippten die Bürger vor jedem großen Hochwasser, um ein kleines Wohngebiet zu schützen. Erst im vergangenen Jahr erhielten dort die Bürger nach jahrelanger Vorbereitung einen eigenen Schutzdeich. Dabei hatte Walter Henning gehofft, dass der Landesbetrieb schon in den kommenden Monaten aktiv werden könnte. "Wir brauchen hier dringend einen Schutz", sagte er. Denn niemand wisse genau, wann das nächste Hochwasser vor der Tür stehen werde. Und dass es beim nächsten Hochwasserereignis noch schlimmer kommen könne, sei keinesfalls ausgeschlossen. Die vergangenen Jahre hätten ihm gezeigt, dass sich die Natur noch steigern kann, sagte er weiter.