Genthin war am Wochenende Treffpunkt für Feuerwehrleute aus ganz Sachsen-Anhalt. Zum Glück nicht wegen eines Großbrandes, sondern um über die Geschichte der Wehr zu fachsimpeln.

Genthin l Nach zehn Jahren kamen die Mitglieder der Facharbeitsgruppe Feuerwehrhistorik des Landesfeuerwehrverbandes wieder in Genthin zusammen. Historiker aus ganz Sachsen-Anhalt sowie aus Thüringen, Berlin und Sachsen waren dabei. "Es ist wichtig, die Feuerwehrgeschichte für die Nachwelt aufzuarbeiten", sagte Hartmut Greulich. Der Magdeburger ist der Vorsitzende der Gruppe. Nur so könne man aus den Fehlern der Geschichte lernen und aus den Erfahrungen profitieren. "Was bei Facebook und Co gepostet wird, ist in 50 Jahren vergessen, was aber in Chroniken geschrieben steht, wird der Nachwelt erhalten bleiben", sagte Manfred Lehrmann, der aus Löderburg (Salzlandkreis) nach Genthin gekommen war.

Auch Bürgermeister Thomas Barz war ins Feuerwehrhaus gekommen, um die Historiker zu begrüßen. Er berichtete unter anderem von der Handdruckspritze im Gerätehaus. "Im Rahmen der Bürgerarbeit war es uns möglich, diese aufzuarbeiten, da steckt viel Liebe zum Detail drin." Davon konnten sich die Feuerwehrleute bei der Führung, die Dieter Tramitz von der Genthiner Feuerwehr leitete, überzeugen. Tramitz hat die Feuerwehrchronik verfasst. "Den originalen Farbton der Spritze hinzubekommen, war sehr aufwändig", erzählte er. "Aber im dritten Versuch hat es geklappt."

Überhaupt hob Tramitz die Bedeutung der Genthiner Feuerwehr hervor. Als der Herzog von Sachsen 1742 noch mythische Riten und Gebete zur Brandbekämpfung anordnete, hatte man in Genthin schon eine gut organisierte "Brandbekämpfungstruppe". Bereits seit 1712 gibt es eine Feuerordnung.

Achim Schmechtig, Leiter der Genthiner Wehr, lieferte einige Zahlen zu seiner Truppe: So gibt es 300 ehrenamtliche Kameraden, davon sind 167 aktiv bei Einsätzen dabei. Es gibt fünf Jugendfeuerwehren mit 45 Mitgliedern sowie eine Kinderfeuerwehr mit 15 Mitgliedern. 26 Lösch- und Sonderfahrzeuge sind regelmäßig im Einsatz. Der Gesamtwert der Genthiner Wehrausstattung beträgt 2,2 Millionen Euro.

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