Würde Genthin seinen Superstar suchen, könnte er nur Robby Schulze heißen. Das Konzert im Plenarsaal des Landkreises war bestens besucht, und gemeinsam mit den Besuchern entlockte Moderator Christian Griebel dem Sänger manches Geheimnis.

Genthin l "Warum sind laute Dinge leise, obwohl die Sehnsucht in uns brennt, wir sind Piloten auf der Reise, man kann umfliegen, was man erkennt", sang Robby Schulze gemeinsam mit dem Publikum das titelgebende Stück seiner Konzerttournee und des geplanten Albums.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der 29-Jährige die Herzen des Genthiner Publikums wieder einmal im Sturm erobert. Nicht nur mit seiner Musik, die zwischen sehnsuchtsvollen Balladen und druckvollem Folkrock wechselte, sondern auch mit seiner offenen Art im Gespräch mit dem Journalisten Christian Griebel. Schulze, der heute in Brandenburg zu Hause ist, plauderte über seine Genthiner Jahre, denn in der Kanalstadt ist er zur Schule gegangen, hat seine Liebe zur Musik entdeckt und stand das erste Mal auf einer Bühne. "Ich hätte mich damals selbst nicht hören wollen", erinnerte sich der Sänger in seiner charmanten Art an frühe Gigs mit der Band Black Flame.

Doch mutig bahnte er sich seinen Weg. Nahm an Wettbewerben wie den SWM MusiCids teil, wo er den Publikumspreis gewann und stellte sich der DSDS-Jury vor. "Das würde ich heute nicht mehr machen", meint Schulze selbstkritisch. "Man ist nur ein Produkt." Auch seine Meinung von Dieter Bohlen ist nicht sonderlich hoch. "Robby, du singst zu laut", habe der nur gesagt. Viel habe ihm das nicht gebracht, bekennt der junge Sänger. Im vergangenen Jahr kündigte Schulze seine Festanstellung als Werbekaufmann und ist seitdem hauptberuflich Musiker. Jetzt gilt es. "Im Mai gehe ich ins Studio und im Juni soll mein erstes Album erscheinen", kündigte der Sänger an. Übrigens wird das Album ein echtes Genthiner Produkt, da es im Studio von Dirk Ballarin entstehen wird.

Einen Vorgeschmack bot Schulze gemeinsam mit seinen kongenialen Mitmusikern Christoph Küpper und Sebastian Peschke auch auf der mit alten Wohnzimmerstehlampen heimelig dekorierten Bühne. Sie stärkten dem charismatischen Frontmann durch Gitarren- und Pianobegleitung musikalisch den Rücken, ohne dabei selbst ins Hintertreffen zu geraten. Ihren Stempel drückten sie den Liedern immer wieder beim mehrstimmigen Gesang auf und veredelten so ein ums andere Mal den ohnehin bestens austarierten Sound. Die stimmungsvollen, oft verträumten Titel mit deutschen Texten kamen beim Publikum an. Natürlich warteten viele bereits auf "Ein Teil von mir", dem kleinen Robby-Schulze-Hit, zu dem es auch ein Videoclip gibt.

Einen besonderen Reiz hatte der Abend auch durch die Interviewpassagen, die durch die Zuschauer mitgestaltet wurden. In einem Zylinder wurden Fragen gesammelt, die Schulze anschließend beantwortete. "Sing ein Geburtstagständchen für Eileen", forderte ihn jemand auf und Robby, ganz Entertainer, ließ sich dieses "Happy Birthday" natürlich nicht nehmen. "Bis du Warm- oder Kaltduscher?", fragte jemand keck. "Ich dusche lieber warm", ließ Schulze wissen.

Auch Fragen nach seiner Familie beantwortete Schulze geduldig. "Ich bin mit einer Sängerin aus Berlin liiert", musste er den Wunsch vieler weiblicher Fans nach einem Date abschlagen. Zum Schluss verriet Schulze, dass sich die Fans auf seine baldige Rückkehr in die Kanalstadt freuen können. "Die Release-Party meines Albums findet natürlich in Genthin statt."

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