Mit vielen guten Wünschen für das neue Jahr feierten die Genthiner in der Silvesternacht. Manche waren gemütlich mit Freunden zu Hause, andere erlebten den Jahreswechsel in gut besuchten Gaststätten und Restaurants. Wieder andere feierten an einem ungewöhnlichen Ort zu dieser Jahreszeit – auf dem Campingplatz in Zabakuck.

Zabakuck. "Die Harten kommen in den Garten", heißt eine alte Volksweisheit. Noch Härtere kommen auf den Campingplatz, so möchte man das Sprichwort erweitern, denn auf dem Campingplatz in Zabakuck begrüßten fünf Familien aus Potsdam das Jahr 2011.

"Herzlich willkommen auf der Potsdamer Allee", lacht Jürgen Hanicke. "Und immer rein in die gute Stube!" Und das ist der Campingwagen wirklich. Es ist mollig warm, gemütliche Essecke, eingebaute Küche, Schlafzimmer mit französischem Bett. Praktisch eine Wohnung auf vier Rädern. "Das ist unser Paradies", lacht seine Frau Ellen. "Seit 1999 sind wir Dauercamper auf diesem wundervollen Platz", zeigt sie aus dem Fenster auf das schier grenzenlose Schneeweiß und auf die "gezuckerten" Bäume.

"Wir haben den Wohnwagen damals angeschafft, weil es zu teuer war, mit unseren drei Kindern Urlaub im Hotel zu machen. Dann haben wir den Zabakucker See entdeckt, und seitdem sind wir hier. Ich kann mir das anders gar nicht mehr vorstellen." In der Hauptsaison reisen sie freitags aus Potsdam an und sonntags wieder ab. "Die 100 Kilometer Fahrt stören uns nicht", sagt Jürgen Heinicke. Kein Wunder, der Mann arbeitet als Fernfahrer in Bayern, ist andere Strecken gewöhnt.

Aber nicht nur für ihn und seine Frau ist der Zabakucker See ein zweites Zuhause. "Wir sind insgesamt vier Familien aus Potsdam, die hier dauercampen, deshalb auch Potsdamer Allee", lacht der stattliche Mann. "Wir kennen uns seit über 30 Jahren, waren alle mal Kollegen und sind nach wie vor Freunde."

Die Wohnwagentür geht auf und eine quirlige Frau erscheint. "Also, die Bowle steht im Schnee", sagt Angela Kalbe. "Ich habe diesmal Pfirsiche genommen und Wein. Schnaps kommt nicht ran, wir wollen ja durchhalten", lacht sie. Das Durchhalten beginnt um 21 Uhr. Da treffen sich alle vier Dauercamping-Paare und das Besuchspaar, "das ist Verwandtschaft und schläft in unserem Gästehaus", so Ellen Hanicke. Vor dem Vorzelt von Familie Hanicke steht der Grill, in einer Metallschale lodert ein gemütliches Holzfeuer, im Vorzelt sorgen Gasöfen für Wärme. "Kalt wird uns nicht", weiß Angela Kalbe und zieht ein Hosenbein hoch. "Wir haben die richtige Kleidung an, dicke Strümpfe, Thermohosen, Jacken, Schal, alles, was man so braucht."

"Wir freuen uns schon auf Ostern."

Zu jeder vollen Stunde vor Mitternacht zünden die Potsdamer eine Rakete. "Wir sind nicht die großen Knaller, aber ein bisschen bunt am Himmel machen wir das schon", freut sich Jürgen Hanicke.

Was sie sich fürs neue Jahr wünschen? "Gesundheit für alle und das es Ostern wird", so Ellen Hanicke. "Dann sind wir wieder jedes Wochenende hier." Sie schwärmt vom herrlichen See, den sanitären Anlagen, der gastronomischen Versorgung, vom Brötchenwagen. "Der Zabakucker See und der gepflegte Campingplatz sind unser zweites Zuhause. Es unser Paradies und das unserer Kinder und Enkelkinder."