Genthin l Große Freude dringt aus dem Genthiner Rathaus. Mit einem Einschreiben kam gestern Abend ein Brief der Deutschen Bundesbahn-Zentrale aus Berlin auf den Tisch von Bürgermeister Thomas Barz.

Nachricht schlägt ein wie ein Paukenschlag

Die Nachricht schlägt ein wie ein Paukenschlag: Nach jahrelangem, fast aussichtslos erscheinenden Kampf soll nun doch der Bahnübergang Poststraße geöffnet werden, heißt es hinter vorerst vorgehaltener Hand.

Der Bahnübergang war Anfang der 1990er Jahre im Zuge des Ausbaus der Strecke Berlin-Magdeburg für den ICE-Verkehr geschlossen worden. Bisher hatte sich die Deutsche Bahn vehement gegen eine Öffnung ausgesprochen und immer darauf verwiesen, dass der Tunnel als Ausgleich gebaut wurde. Auch das Begehren einer Bürgerbewegung, die Schranken zu öffnen, scheiterte. Das ist nun Geschichte.

Wie allerdings bekannt wurde, knüpft die Bahn die Öffnung der Bahnschranken an die Bedingung, dass die Stadt Genthin mindestens eine Million Euro an das Unternehmen überweist, um eine Anschubfinanzierung zu gewährleisten. Deshalb hat sich nun Altbürgermeister Wolfgang Bernicke entschlossen, sich wieder in die kommunalen Geschicke einzumischen. Schließlich haben ihn die Vorwürfe, Genthin sei mit den geschlossenen Bahnschranken zu einer zweigeteilten Stadt geworden, jahrelang in seinem Amt begleitet.

Städtischer Haushalt könnte entlastet werden

In Absprache mit seinem Amtsnachfolger Thomas Barz will Bernicke nun ein Konsortium gründen, das für die Nutzung des Bahnübergangs eine Maut einnimmt. Bernicke kann sich gut vorstellen, so das Finanzierungsloch zu stopfen und damit den städtischen Haushalt nicht weiter zu belasten. Für eine offizielle Stellungnahme war der Altbürgermeister gestern jedoch nicht zu erreichen.

Denn ganz in trockenen Tüchern ist die ganze Sache noch nicht. Wolfgang Bernickes Plan obliegt allerdings der Bestätigung durch die Kommunalaufsicht.