Freitagabend zu einer Darmkrebs-Veranstaltung gehen? Für die vielen Besucher im Genthiner Lindenhof selbstverständlich. Mit der Komödie "Alarm im Darm" wurde aus einem Tabuthema ein informativer und humorvoller Vorsorge-Vortrag.

Genthin l Einen Horrorfilm über sein Innenleben drehen lassen, so beschreibt Figur Herr Döll eine Darmspiegelung in der Komödie des Vorsorge-Theaters "Alarm im Darm" am Freitag im Lindenhof. Das Theaterstück zeigte, wie die Entscheidung zu einer Vorsorgeuntersuchung auch zustande kommen kann.

Vermeiden statt Leiden

"Darmkrebs ist die häufigste Krebserkrankung und die zweithäufigste Krebstodesursache", klärte Referent Dr. Jörg Schulze, Facharzt für innere Medizin aus Jerichow, die Teilnehmer über die nüchternen Fakten zum Thema auf.

Mit seinem Vortrag unter dem Motto "Vermeiden statt Leiden" sprach er über die Wichtigkeit einer regelmäßigen Vorsorge und stellte verschiedenen Untersuchungsformen "Vom Finger bis zum High Tech" vor. "Ab dem 50. Lebensjahr zahlt die Krankenkasse einen Test auf Blut im Stuhl, ab 55 alle zehn Jahre eine Darmspiegelung." Damit wurde auch klar, dass Darmkrebs eine Erkrankung des zunehmenden Alters ist. So eine Darmspiegelung könneman mit einer Autoinspektion vergleichen, erklärte die Ärztin im Stück. "Damit fahren sie ja schließlich auch regelmäßig in die Werkstatt." Auf okkultes Blut im Stuhl hat sich Schauspielerin Coralie Wolff auch selbst schon testen lassen. Kollege Volker Heymann war bereits bei der Vorsorge und weiß, wie eine Darmspiegelung abläuft, die er im Stück parodiert.

Das Risiko ist vermeidbar

Risikofaktoren, die zu einer Erkrankung führen, kann man leicht vermeiden. In nur etwa 24 Prozent der Fälle liegt eine erbliche Veranlagung vor. Meist sind falsche Ernährung, Alkohol und Nikotin und zu wenig Bewegung Schuld an der Bildung von Krebszellen.

"Man muss sich vorstellen, dass ein Dickdarm eine Oberfläche zwischen 300 und 500 Quadratmetern hat", sagte Schulze im Vergleich zur Haut mit zwei Quadratmetern. Eine frühe Diagnose kann durch regelmäßige Vorsorge gewährleistet werden. Dabei sei die Darmspiegelung der "Goldstandard", und sie dauert nicht länger als 15 bis 20 Minuten. Die Tabuthemen Krebs und Darm sorgen jedoch dafür, dass nur 20 Prozent aller Vorsorgeberechtigten auch wirklich hingehen.