Die Forstbetriebsgemeinschaft Gladau/Parchen, der Mitglieder aus verschiedenen Orten von der Region Genthin bis nach Elbe-Parey angehören, hat kürzlich in Hohenseeden ihre Jahreshauptversammlung durchgeführt. Die Bilanz: Es wird gute Arbeit geleistet, und die Beiträge werden auf sechs Euro je Hektar gesenkt.

Hohenseeden l Die FBG Gladau/Parchen ist bereits 1993 gegründet worden. Heute gehören ihr 128 Mitglieder mit etwa 800 Hektar Gesamt-Waldfläche an. "Wir nehmen gern noch weitere Mitglieder auf", betonte Vorsitzender Frithjof Fritze.

Im Anschluss an seinen Jahresbericht hatte er noch einmal die Vorteile einer Mitgliedschaft in der Forstbetriebsgemeinschaft aufgezählt: "Bündelung der Interessen der Waldbesitzer, gemeinsame Ausschreibung der Arbeiten, bessere Holzpreise sind zu erzielen. Von den Holzfirmen wird die FBG als langjähriger verlässlicher Partner angesehen - der Holzabsatz erfolgt zügig, ebenso die Bezahlung."

Weiterhin seien günstigere Waldbrandversicherungen zu bekommen. Für Besitzer kleinerer Waldflächen sei es sehr schwierig, überhaupt eine solche Versicherung zu bekommen, die passt. "Durch eine Inventur unserer Flächen werden nun im Brandfall auch die Baumarten bezahlt, die tatsächlich da waren!"

Auch bei Aufforstungsarbeiten unterstütze die FBG, insbesondere bei der Antragstellung auf Fördermittel - damit kommen die wenigsten Besitzer kleinerer Waldflächen heute allein klar.

Im Bericht über das vergangene Jahr erinnerte Frithjof Fritze zunächst daran, dass seit 1. Januar 2013 ein neues Gebührenmodell für die Betreuung durch einen Förster gilt, das heißt, diese ist deutlich teurer geworden.

Seit Mai 2013 keine Betreuung durch den Forstbetrieb mehr

"Wir hatten deshalb beschlossen, keine Dienstleistungen von der Forst mehr in Anspruch zu nehmen", blickte Fritze zurück. Möglich ist dies dank eines Fachmanns in den eigenen Reihen: Peter Giesel, stellvertretender Vorsitzender, ist Förster im Ruhestand und kümmere sich nun um die Betreuung.

Bis April 2013 war noch die Betreuung durch Revierförsterin Doris Weinholz erfolgt, und das auch sehr gut, betonte Giesel. Er berichtete von den Arbeiten im vergangenen Jahr: In vier Gemarkungen seien Durchforstungen erfolgt, auf den Flächen von 18 Mitgliedern. Ein Drittel davon seien Altbestände gewesen, wo auch zu 100 Prozent eine Auszeichnung der zu fällenden Bäume erfolgte, zwei Drittel waren Jungwald.

Weiterhin erfolgte bei zwei Mitgliedern eine Kulturpflege. Die Arbeiten wurden termingerecht beendet, vom ALFF abgenommen und die Fördermittel wurden überwiesen.

"Für 2014 würde ich mir wünschen, dass jedes Mitglied, das etwas in seinem Waldstück gemacht haben möchte, sich bei mir meldet und wir uns das gemeinsam anschauen", schloss Peter Giesel.

Nicht mehr in Anspruch genommen werden könne in diesem Jahr die Holzmobilisierungsprämie, erklärte Frithjof Fritze. Grund sei, dass die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt würden. Es müsste eine große Holzmenge in Kooperative mit anderen FBG`s vermarktet werden. Das wolle man aber derzeit nicht.

"Das, was zu fördern möglich war, haben wir in Anspruch genommen", betonte Fritze. Unter anderem bekomme die FBG 10 Euro pro Mitglied, wenn Exkursionen durchgeführt werden, und 50 Euro pro Neumitglied, vorausgesetzt, dieses sei mindestens fünf Jahre in keiner FBG gewesen.

Von der FBG werde auch Hilfe bei Flächenaufmessungen und Grenzfeststellungen geleistet. Dies sei oft sehr schwierig, und es handele sich dabei auch nicht um eine amtliche Grenzfeststellung, betonte Fritze. In jedem Fall sollte auch eine Einigung mit dem Nachbarn erzielt werden.

Die Beitragssenkung von derzeit acht Euro pro Hektar auf sechs Euro pro Hektar wurden von den anwesenden Mitgliedern einstimmig angenommen. Der neue Beitrag gilt ab 2015. Darin enthalten ist auch die Waldbrandversicherung. Den Beitrag zur Berufsgenossenschaft zahlt jeder Eigentümer selbst.

Dr. Asmus Roth informierte über Steuern für Waldbesitzer

Als Gast zur Versammlung eingeladen war Dr. Asmus Roth, Steuerberater und Vorstandsmitglied im Waldbesitzerverband Sachsen-Anhalt. Er hielt einen Vortrag über wesentliche Steuern, die für private Waldbesitzer und Forstbetriebsgemeinschaften relevant sind.

Dr. Asmus Roth stellte die zwei Gewinnermittlungsarten, die - betriebsgrößenabhängig - in Frage kommen, vor: Einnahmen-Überschuss-Rechnung und doppelte Buchführung. Er gab Tipps, wie Steuern minimiert werden können, zum Beispiel, indem in Jahren mit großen Holzerlösen auch Flächenaufforstungen erfolgen, oder auch durch Bildung von Ansparrücklagen. Er erklärte, wann welcher Umsatzsteuersatz zur Anwendung kommt: der vergünstigte von 5,5 Prozent, der reguläre von 19 Prozent, bei Brennholzverkauf 7 Prozent oder auch null Prozent bei Flächen unter fünf Hektar (Kleinunternehmerregelung).

Weiterhin ging Roth auch auf die Besonderheiten Forstbetriebsgemeinschaften ein. Bei der Grundsteuer A ist interessant, dass bei Waldflächen nicht grundsätzlich der Eigentümer, sondern der Nutzer, also gegebenenfalls der Pächter, diese zu zahlen hat.

Für die Anwesenden konnte dies freilich nur ein Überblick sein, um auf Wichtiges hinzuweisen. Im Einzelfall gilt es, sich genau zu informieren, um nicht Geld einzubüßen oder gar nach Jahren bei einer möglichen Betriebsprüfung kräftig nachzahlen zu müssen.

 

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