Gärtner freut das frühlingshafte Wetter. Für Gastwirt Timo Ludwig ist der abgeladene Grünschnitt an der öffentlichen Sammelstelle neben dem Biergarten ein Ärgernis. Deshalb fordert er eine Verlegung des Ablageplatzes.

Genthin l An Ostern möchte Heideeck-Chef Timo Ludwig seinen Biergarten öffnen. Sorge macht ihm der Gestank der Grünschnitt-Sammelstelle in Genthin-Süd direkt daneben. "Es gehört nicht mehr zu meinem Grundstück und die Jungs von der AJL (Abfallwirtschaftsgesellschaft Jerichower Land) geben sich Mühe oft abzuholen", sagt Ludwig. Dennoch sei der Gestank zum Teil unerträglich und schädlich fürs Geschäft.

"Eine Gefahr besteht aber nicht", teilte Landkreissprecher Henry Liebe mit, dafür lägen die Grünabfalle viel zu kurz. "Eine Gefährdung ist ausgeschlossen, solange es sich allein um Grünschnitt handelt."Seit 2008 befindet sich die Sammelstelle für private Grünschnittabfälle in Genthin-Süd an der B 107 am Sonnenweg. Im Schnitt alle zwei Wochen fährt die AJL den Platz an. Die Sammelstelle ist eine von vier frei zugänglichen für Privatpersonen. "Wenn es akut wird, fahren wir auch wöchentlich", sagte AJL-Geschäftsführer Dr. Henning Gehm auf Volksstimme-Anfrage. Außerdem können stark riechende Gartenabfälle wie Rasenschnitt oder Fallobst direkt zur Kleinannahmestelle gebracht werden.

Momentan sei es besonders schlimm, da die Gartensaison angefangen hat, sagt Ludwig. "Wenn es jetzt wärmer wird, stinken die Gartenabfälle natürlich schneller", so der Gastronom weiter. Teilweise stünden die Gärtner bei gutem Wetter Schlange um abzuladen. Ludwig versucht sich mit einem aufgeschütteten Sandwall zumindest vor großen Mengen direkt vor dem Biergarten zu schützen. Außerdem würden die Nutzer der Sammelstelle seine Einfahrt zum Biergarten nutzen, um dann rückwärts den Grünschnitt abzuladen.

"Deshalb habe ich einen Betonring neben dem Sandberg aufgestellt". "Wenn es im Wald brennt, kommt auch keine Feuerwehr mehr durch", sagt Antje Bahr vom Heideeck-Team. Die Zufahrt sei regelmäßig unbefahrbar. "Kann man solche Plätze nicht vielleicht ins Industriegebiet verlagern?", schlägt Ludwig eine denkbare Variante vor, die sein Geruchsproblem lösen würde. Zwischen den Gartenabfällen liegt auch Sperrmüll und Bauschutt, die nicht gleich abgefahren werden.

Kinder bauen sich daraus im anliegenden Wald Buden zum Spielen. "Natürliche Abfälle und Sperrmüll werden vor Ort separiert und wir entsorgen den Sperrmüll im Laufe von ein paar Tagen", so Gehm zum gängigen Ablauf. Eine Anwohnerin nimmt keinen Gestank vom Grünschnittplatz wahr. "Eher vom Düngen auf dem Feld", sagt die Frau, die namentlich nicht genannt werden will. Nah dran wohnt auch Lothar Grimm, der sich ebenfalls nicht gestört fühlt. "Hier kommt davon nichts an."

Anders sieht das Heideeck-Stammgast Hubert Jörn: "Die Gäste kommen, trinken etwas und sind schnell wieder weg", berichtet er über seine Beobachtungen. Ludwig würde die Hecke am Biergarten gern entfernen, aber dann müssten die Gäste direkt auf den Sammelplatz gucken.