Nicht schwer war für unsere Leser das Heimaträtsel aus der vergangenen Woche. In dem alten Gebäude gibt es heute keine Badeanstalt mehr, sondern eine Apotheke sowie Mietwohnungen. Geblieben sind etliche Erinnerungen.

Genthin l "Badeanstalt" steht auf dem Gebäude auf dem alten Foto links. Für mich stand fest, dass sich hinter den Wänden ein Schwimmbecken zum Planschen und Baden verborgen hat. Mittlerweile weiß ich es besser. Dank der Anrufe unserer Leser:

"Das ist die Genthiner Warmbadeanstalt", sagte Ruth Hopp aus Genthin. Und erklärte auch gleich, dass es früher in den Wohnungen noch kein warmes Wasser gab, und man deshalb in die Friedenstraße zum Baden ging. "Ich besuchte immer mit meiner Mutti zusammen das Bad, das war schon etwas Besonderes", sagte Hopp. Und: "Ich durfte zuerst in die Wanne, danach badete die Mutti. So brauchten wir nicht zweimal bezahlen."

Das Glück, als erster in die Wanne zu dürfen, hatte Joachim Greisner aus Genthin nicht. "Meine Oma ging jeden Freitag mit uns dorthin zum Baden. Meine Schwestern waren zuerst dran, dann durfte ich."

"Einmal Baden hat etwa 50 Pfennig gekostet", erinnert sich Gisela Losekamm aus Genthin. "Wir haben uns immer auf die Besuche in der Badeanstalt gefreut."

Auch Edelgard Schlaffke badete dort regelmäßig. "Erst als junges Mädchen, dann mit meinem Mann in der Familienzelle." Die Genthinerin erzählte auch, dass in dem Haus vor der Wende die Physiotherapie der Poliklinik ihren Sitz hatte. "Später gab es dort zwei Frauenärzte."

Die Warmbadeanstalt war im Besitz der Familie Heckert. "Der Sohn war Masseur", sagte Siegrid Schmidt. "Nach einem Unfall habe ich Massagen dort verschrieben bekommen. Das war teilweise sehr schmerzhaft", sagte die Genthinerin. Der Masseur hätte dann immer gesagt "Hab dich nicht so dumm". Das Ergebnis hat am Ende aber gestimmt: "Er hat mich wieder hinbekommen. Das hätte ich vorher nicht für möglich gehalten."

Annemarie Probst aus Parey erinnert sich noch an ein Bild, das im Wartezimmer der Physiotherapie hing. "Das zeigte einen Mann, der war ganz schlank, hatte aber riesige Klumpfüße. Da wurde das ganze Fett nach unten massiert", erzählte sie am Lesertelefon und muss noch heute lachen.

Auch Otto Gassel aus Genthin berichtete, dass man sich dort in den 60er Jahren massieren lassen konnte. "Heute ist die Sonnen-Apotheke in dem Haus in der Friedenstraße."

Renate Wisniewski hat in diesem Haus 1971 im Rahmen ihrer Ausbildung zur Sprechstundenschwester ein Praktikum gemacht. Sie meldete sich zusammen mit ihrem Kollegen Matthias Witt am Lesertelefon.

Am Lesertelefon sagte Ulrike Rasch: "Klar erkenne ich das Haus, schließlich arbeite ich dort." Sie ist seit Januar die Inhaberin der Sonnen-Apotheke. Von März 1992 bis Januar 2014 wurde diese von ihrer Mutter Gerda Eschke geführt.

Das Überraschungspaket geht an Christel Wenger aus Genthin. Der kleine Gewinn kann montags bis freitags zwischen 9 und 17 Uhr in der Redaktion (Brandenburger Straße 55-57, Eingang Kleine Schulstraße) abgeholt werden.

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