Klietznick l Die Vorbereitungen sind schon im Herbst erfolgt: Eine Zuwegung zum Deich von der L 54 her wurde befestigt, bei der Zufahrt von Klietznick her wurden im hinteren Bereich die Betonschwellen hochgenommen und etwas höher eingebaut. Landseitig parallel zum Deich gibt es hier schon einen Asphaltweg, deshalb wird die Sanierung hier auch etwas anders erfolgen, als das bei anderen Abschnitten passieren wird.

Die Verbreiterung des Deichs, die mit der Abflachung der Böschungen und dem Aufbringen einer Dichtungsschicht verbunden ist, kann nur in Richtung der Wasserseite erfolgen. Das bedeutet auch, dass sich die Deichkrone wasserseitig verschieben wird, und sie werde außerdem etwas breiter als jetzt, erläuterte Rainer Fritze von Pöyry Perleberg, der für Planung und Bauüberwachung zuständig ist. Insgesamt werde die Deichkrone dann 4,50 Meter breit sein, und sie bekommt einen Asphaltweg in drei Meter Breite.

Ein landseitiger Absatz wird hier wegen des bereits vorhanden befestigten Wegs nicht angebaut, jedoch ist am Deichfuß landseitig ein Filterkeil vorgesehen, damit Sickerwasser dort austreten kann und nicht irgendwo im Böschungsbereich, wo es den Deich schädigt.

Landwirte bei Bauarbeiten berücksichtigt

Etwas erhöht werden soll der Deichschutzstreifen wasserseitig, damit bei ansteigendem Hochwasser dieses nicht sofort bis an den Deichfuß steht.

Die Hauptlasten sollen über eine Baustraße transportiert werden, um die vorhandene Asphaltstraße neben dem Deich zu schonen. Auf dieser soll es nach Möglichkeit nur Leerfahrten geben. Bürgermeister Harald Bothe erkundigte sich nach den Spitzenzeiten für die Transporte und wies darauf hin, dass auch die Belange der Landwirte berücksichtigt werden müssen, die im Umfeld ihre Flächen haben. Ein Tempo-Limit von 30 Stundenkilometern soll es auf jeden Fall geben. Jederzeit befahrbar bleiben soll die Deichüberfahrt hinter Klietznick, so dass die dahinter liegenden Flächen erreicht werden können.

Mehrere Landwirte beziehungsweise Flächeneigentümer waren bei dem Ortstermin dabei, so dass einiges schon konkret abgesprochen werden konnte. So ist klar, welche Flächen während der Bauphase noch benötigt werden, unter anderem für die zeitweise Materiallagerung.

Kritik an Betonweg auf dem Deich

Ein Teil der Erde, die vom Deich abgetragen und hier nicht mehr benötigt wird, könnte zur Erhöhung des Geländes an der Stelle, wo der Deich zur Brack hin ausläuft, benutzt werden, schlug Landwirt Hindrik Heringa vor. Das fand allgemeine Zustimmung, denn dort hatte es beim Hochwasser 2013 Probleme gegeben: Der Bereich ist zu tief, deshalb musste ein Verbau erfolgen.

Dass jetzt auch auf der Deichkrone ein Asphaltweg gebaut wird, kritisierte Schäfer Florian Müller. Anderswo sei das auch nicht üblich. Um das Befahren zu ermöglichen, reiche ein Schotteraufbau. "Die Natur holt sich die Fläche dann wieder." Wie schnell Asphaltwege wieder kaputt sind, zeige der Bereich bei Parey.

Volker Hamann vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz betonte, dass die befestigten Wege auf der Deichkrone Teil des DIN-gerechten Aufbaus seien, räumte aber ein, dass man dies für andere Abschnitte noch einmal überdenken könnte. Allerdings würde die Asphaltschicht hier stabiler sein als bei Parey, denn dort sei der Weg nachträglich gebaut worden, erinnerte er.

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