Karow l Seit voriger Woche kündet ein Gerüst an der Karower Kirche davon, dass die marode Fassade bald genauso schön aussehen wird wie der restaurierte, in frischen Farben strahlende Kirchturm. Erstmal nur an der Nordseite steht das Gerüst - aus Kostengründen, erklärt Helmut Müller, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins "Barockkirche Karow". Denn es wird einige Zeit dauern, bis allein dieser große Teil der Fassade, die ja nicht einfach glatt ist, fertig sein wird. Das Gerüst zweimal umzusetzen ist billiger, als die dreifache Gerüstmenge für die lange Gesamtzeit der Restaurierung zu bezahlen.

Einfacher geht es mit den Fenstern: Die können nach und nach restauriert werden. Bis zum Wochenende waren sieben Fenster ausgebaut und zwei fertige schon wieder drin, die restlichen vier wurden Anfang dieser Woche ausgebaut. Mit diesen Arbeiten ist die Tischlerei Spazier aus Wiesenburg betraut, die Erfahrung in der Denkmalpflege hat. Die neu eingebauten, bleiverglasten Fenster können sich sehen lassen. Was noch zu erhalten war, wurde mit Neuem ergänzt. Restauriert werden danach auch die restlichen Türen noch.

Auch der Putz soll erhalten werden, soweit überhaupt noch welcher vorhanden ist. Das größte Problem bereitet der Mauerfuß rings um das Kirchenschiff: Hier müsse ausgeschachtet und stückweise muss neu aufgemauert werden, sagt Helmut Müller.

Die Gesamtkosten dieses Sanierungsabschnitts belaufen sich auf 241 000 Euro. "Davon haben wir schon 225 000 Euro zusammen. Es fehlt eigentlich nur noch das Geld für die Malerarbeiten." Das müsse unbedingt noch rechtzeitig beschafft werden, denn abzurüsten und später noch einmal das Gerüst aufzubauen, würde genauso viel kosten wie das Malern selbst, es würde also doppelt so teuer werden, als wenn man es gleich macht, begründet Helmut Müller die Dringlichkeit.

Fördermittel sind bisher aus drei "Töpfen" gekommen: 45 000 Euro von Lotto, 65 000 Euro über das Leader-Programm und 10 000 Euro von der Oetkerstiftung, der Rest sind Eigenmittel. Zusätzlich habe der Förderverein schon wieder 5000 Euro beisammen. "Wir brauchen also noch 11 000 Euro!" Förderer und Sponsoren sind also weiterhin dringend gesucht. Jeder Euro hilft ein Stück weiter.

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