Es gab wieder Feuer auf dem Gelände der Güsener Jagdhütte, diesmal aber geplant und kontrolliert und vor einer riesigen Menschenkulissen. Der Brandstiftung zum Trotz kamen die Besucher zum Osterfest hierher, und viele Spenden kamen zusammen, damit es weitergehen kann.

Güsen l Wer das Gelände vorher nicht kannte, hätte kaum etwas davon gemerkt, was hier wenige Wochen vorher geschah. Denn die Reste des vollständig niedergebrannten zweiten Gebäudes der Jagdhütte waren inzwischen bis auf die Bodenplatte beseitigt. Das war in der Woche vorher im Auftrag der Landesforst erfolgt, berichtete Hans-Werner Tusch, Vorsitzender der Natur- und Waldfreunde Güsen. Die Bodenplatte sollte bleiben, denn hier wollen die Vereinsmitglieder so schnell wie möglich provisorische Toiletten errichten. Die Anschlüsse sind schließlich noch da, deshalb sollte das möglich sein und auf längere Zeit auch kostengünstiger, als mobile Toiletten aufzustellen.

Die Jagdhütte selbst war an diesem Tag einfach zu geblieben, so sah niemand die Brandspuren im Innern. Denen will der Verein schon bald selbst zu Leibe rücken. Unter anderem müssen die verkohlten Deckenplatten herausgerissen werden. Und etliches Inventar ist zu ersetzen.

Jede Menge Hilfe wurde ihnen schon angeboten, freuen sich Hans-Werner Tusch und sein Stellvertreter Günter Helling. Sie sind überzeugt: Würden sie einen Aufruf zum Einsatz starten, dann wüssten sie womöglich gar nicht, wohin mit den vielen Helfern, die auf einmal kommen würden.

Diese tolle Resonanz gibt den Vereinsmitgliedern natürlich Kraft und Motivation, trotz des heftigen Schlags, der die Brandstiftung ja war, weiter zu machen. Auch finanzielle Unterstützung durch Spenden zählt dazu. So konnten Hans-Werner Tusch und Günter Helling an diesem Tag einen symbolischen Scheck der Volksbank über 500 Euro von Bastian Ullmann, Volksbank-Fillialleiter in Güsen, in Empfang nehmen. Nicht zum ersten Mal hatte die Volksbank die Waldfreunde unterstützt, und deshalb gab es gerade jetzt, wo es besonders dringen nötig ist, auch kein Zögern.

Eine ganz andere Idee zur Spendenbeschaffung, die noch dazu eine besondere Attraktion beim Osterfest war, hatte Klaus Klein: Er besitzt ein Oldtimer-Motorrad mit Beiwagen, eine MW 750, Baujahr 1948, und bot für eine kleine Spende, die für die Waldfreunde bestimmt war, Rundfahrten an. Davon waren ebenso Kinder wie zahlreiche Erwachsene begeistert.

Riesigen Anklang fand erneut das Stockbrotbacken über der großen Feuerschale. Den Teig hatte Bäckermeister Thomas Walter zubereitet und portionsgerecht auf Blechen geliefert. Es war wirklich jede Menge, ging aber so rasant weg, dass schon lange vor Schluss des Fest alles weg war. Zu Essen gab es natürlich noch mehr: Der Förderverein der Güsener Feuerwehr war mit zahlreichen Mitgliedern und zwei Grills vertreten, und auch die Waldfreunde hatten einen Stand. Dort gab es auch gratis Ostereier für die Kinder.

Zu schätzen, wie viele Besucher beim Osterfest an der Jagdhütte waren, ist schwierig, denn immer wieder kamen weitere dazu. Gut besucht war es auch in den vergangenen Jahren - außer 2013, als wetterbedingt ein Maifest daraus wurde. Aber diesmal gab es einen Besucherrekord.

   

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