Genthin l Nur schwer lässt sich der dunkle Vorhang zur Genthiner "Unterwelt" zur Seite schieben. Drinnen trifft man auf dunkle Gestalten in einem Schwarzlicht-Labyrinth, die mit Infrarotstrahlen schießen. Ein Zockerstübchen, dass seine Spieler taktisch und sportlich herausfordert. Und wie ist der erste Eindruck? "Es ist anstrengend, aber es macht Spaß", so Projektgründer Alexander Otto nach der zweiten Runde.

Seit Ende März können sich Einzelspieler oder Teams in der dunklen Discoatmosphäre mit Kulissen aus Reifen und grünem Tarnstoff auf etwa 800 Quadratmetern spielerisch bekriegen. Dazu gibt es die Auswahl zwischen den drei "Welten": Disco, Wald und Häuserkampf im Labyrinth. Drei 15-minütige Runden mit verschiedenen Aufgaben werden gespielt. "Das `friendly fire` ist ausgeschaltet, wenn zwei Teams gegeneinander spielen", erklärt Betreiber Thomas Baumann das Spielprinzip der zweiten Runde. Dabei kann man also keine eigenen Mitspieler treffen.

Kann man sich im Spiel verletzen?

Wie gefährlich ist die neue Technik? Kann man sich verletzen? "Einen kleinen Zwischenfall mussten wir verbuchen", erzählt Otto. Zwei Spieler waren zusammengestoßen und eine Wunde am Auge musste versorgt werden.

In den Räumen sind an den Ecken Styroporplatten angebracht. Sturzschutz, wie Knieschoner, kann vor Ort ausgeliehen werden. "Das Infrarotlicht der Spielgeräte hat etwa die Stärke wie bei einer Fernbedienung", so Baumann. Mitspielerin Charline Zunder fällt auf: "Die Tagger (Infrarot-Spielwaffen) sind ziemlich schwer, ich kann sie nicht die ganze Zeit zum zielen hochhalten." Eine Altersbegrenzung besteht nicht. Spieler unter 16 Jahren dürfen aber nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten in die Arena.

Jeder gegen jeden, rotes gegen blaues Team und die Verteidigung des Hauptquartiers. So der Ablauf des Spiels. Das raffinierte an der letzten Runde, wer das Hauptquartier des Gegners erobern will, sollte vorsichtig sein. Daneben ist eine Mine stationiert, die dem Spieler wertvolle "Lebenspunkte" kosten kann.

Neue Spieltechnik kommt aus Australien

"In England gibt es sehr viel mehr solcher Laseranrenen", sagt der Genthiner Betreiber, während im Hintergrund alle Spielgeräte für die letzte Runde wieder mit zehn Spielerleben geladen werden. Die neue Spieltechnik stammt aus Australien. Sie ähnelt dem Paintballspiel, bei dem statt einem Infrarotstrahl kleine Farbpatronen auf Gegner geschossen werden. Im Innern der Plastikgewehre steckt eine Speicherkarte, die Punkte und Leben aufzeichnet. "Die Spielgeräte sind zweifach geprüft", fügt Baumann hinzu.

Keiner der zwölf Mitspieler hat erwartet, nach nur 45 Minuten und drei Runden so ausgepowert zu sein. "Die Lasertec-Arena ist auf jeden Fall einen Blick wert", so Otto. Auch die anderen Mitglieder des Jugendprojekts freuen sich über das neue Freizeitangebot, dass nach der Millionenstadt Berlin auch den Weg in die Kleinstadt Genthin gefunden hat.