Genthin l Genthins Kunstfreunde erleben mit der neuen Ausstellung im Wasserturm ein Wiedersehen mit Christian Grams, der unter dem Titel "Querschnitt" spannende Einblicke in sein grafisches Schaffen gewährt. Die aktuelle Ausstellung ist bereits seine zweite in der Kanalstadt.

Christian Grams, diplomierter Kommunikationsdesigner, Dozent an der Kunsthochschule Braunschweig und dem Kunstverein verbunden in seiner Eigenschaft als Leiter des Kunstzirkels, überraschte bei der Vernissage vor allem durch die Art und Weise, wie er den Gästen sein Verständnis von Kunst nahebrachte.

"Die Kerngedanken meiner Arbeit", sagte Grams, "sind Charaktere, Geschwindigkeit, Strukturen und die daraus resultierende Momente." Gegensätzlichkeit und Paradoxie seien wesentlicher Bestandteil seiner Bilderwelt. Doppeldeutigkeit und Widerspruch seien die Wegbegleiter seines Malens, erklärte der gebürtige Burger.

Christian Grams forderte die Gäste der Vernissage auf, beim Betrachten der Druckgrafiken ihn nicht nur als Künstler, sondern sich selbst im Sehen, im Denken und im Fühlen zu hinterfragen.

Die Frage, so Grams, was sich der Künstler oder die Künstlerin bei ihrem Werk gedacht habe, sei deshalb nicht entscheidend.

Zu sehen ist in der ersten Etage des Wasserturms eine anspruchsvolle Ausstellung, die Handwerk und Können in sich vereint. Sie fordert aber auch den Betrachter heraus, sich auf die Grafiken einzulassen. Frei nach dem formulierten Credo Christian Grams: "Der Künstler muss provozieren, um einen Gefühlszustand zu erzeugen."

Ein kleiner Rundgang mit Christian Grams durch die Ausstellung konnte dies bereits in hervorragender Weise leisten, so dass sich lebhafte Gespräche zwischen dem Künstler und den Gästen der Vernissage entwickelten. Darüber hinaus gab Christian Grams für die Gäste auch einen kleinen Einblick in die unterschiedlichen Techniken der Grafik.

Die Ausstellung wurde ermöglicht durch die ehrenamtliche Unterstützung durch das Ehepaar Edith und Peter Danner und Thomas Roloff.

Musikschülerin Emely Jerchorek aus Schlagenthin begleitete die Vernissage musikalisch auf der Flöte.