Genthin (mfe) l Traditionell weltoffen? Multikulturelle Perspektiven Sachsen-Anhalts in Geschichte und Gegenwart. Das ist der Titel einer Ausstellung, die seit dieser Woche in der 1. Etage des Kreishauses in der Brandenburger Straße zu sehen ist. "Wir freuen uns, dass wir die Ausstellung nach Genthin geholt haben", meinte der amtierende Landrat Bernhard Braun zu Beginn. Genthin sei im Norden Sachsen-Anhalts die erste Station der Schau.

Sie war zuvor schon in Magdeburg, Eisleben, Sangerhausen, Lützen, Dessau und Wittenberg zu sehen. "Wir sind hier an einem zentralen Ort der Stadt, wo sich viele Menschen einfinden und von der Schau erreicht werden", sagte Braun. Vielleicht werde der ein oder andere vor der Ausstellung verweilen.

"Die 18 Schautafeln zeigen bedeutende Persönlichkeiten und Ereignisse vom Mittelalter bis zur Gegenwart", betonte Genthins Museumsleiterin Antonia Beran. Die Tafeln schlagen einen Bogen von der Himmelsscheibe von Nebra über die Hansezeit bis hin zur heutigen Gesellschaft Sachsen-Anhalts.

Gestreift werden dabei auch berühmte Namen wie Anton Wilhelm Amo, dem ersten schwarzafrikanischen Hochschullehrer in Europa oder Friedrich Otto Hertz, dem berühmten Kulturhistoriker. "Wir hoffen, dass sich besonders Schulklassen mit den Tafeln beschäftigen, die Inhalte lassen sich gut in den Unterrichtsstoff integrieren", meinte Cornelia Wewetzer vom Landesheimatbund, der die Schau gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung gestaltet hat.

Wilfried Welz von der Landeszentrale hofft, dass die Ausstellung ein gutes Beispiel für die Vielfalt des Sachsen-Anhalts ist. "Wir hören immer wieder von fremdenfeindlichen Übergriffen und wollen diesen Dingen etwas gegenüberstellen, das zeigt, wie Vielfalt ein Land bereichern kann", sagte er während der Eröffnung. Die Ausstellung wird bis zum 10. Juni während der Öffnungszeiten des Kreishauses zu sehen sein.

Während der Zeit der Ausstellung wird es themenbezogene Zusatzveranstaltungen geben, zum Beispiel am Dienstag, 20. Mai, um 16 Uhr die Übergabe der Zeitzeugenberichte des Projektes Zeitensprünge an die Stadt Genthin.

Am Mittwoch, 21. Mai, um 17 Uhr hält Bernhard Thüne-Schoenborn vom Hugenottenkabinett in Burg einen Vortrag mit dem Titel "Einwanderung zwischen Hoffnung und Realität - Hugenotten in Burg und Umgebung".