Für Marko Schilling, der drei Jahre als Bürgerarbeiter beim DRK-Regionalverband Magdeburg-Jerichower Land tätig war, mündet das Bundesprogramm in einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Er setzte am Mittwoch seinen Schriftzug unter das Dokument und schrieb damit ein Stück Erfolgsgeschichte der Bürgerarbeit in der Region Genthin.

Genthin l Es sei ein Tag großer Freude für ihn, sagt Marko Schilling, als er den Kugelschreiber in die Hand nimmt, um seinen unbefristeten Arbeitsvertrag zu unterzeichnen. Im Fahrdienst des DRK wird der alleinerziehende Vater zukünftig beschäftigt sein.

Marko Schilling unterstützte als Bürgerarbeiter das Blutspendeteam. Dort habe er wie alle 26 Bürgerarbeiter, die sozialversicherungspflichtig über das Bundesprogramm beim DRK Regionalverband Magdeburg-Jerichower Land beschäftigt waren oder noch sind, eine sehr wertvolle Arbeit geleistet, die sehr geschätzt werde, wie Vorstand Andy Martius betonte. Sie alle erhalten in diesen Tagen Post vom DRK, in der ihnen für ihre Arbeit gedankt wird.

"Uns ist es wichtig, regionale Kräfte zu halten."

DRK-Vorstand Andy Martius

Durch die Mitwirkung der Bürgerarbeiter, resümiert Martius im Gespräch mit der Volksstimme, konnten die Angebote erweitert und die Qualität der DRK-Einrichtungen erhöht werden. Bürgerarbeiter waren beim DRK-Regionalverband in den Tageseinrichtungen für Kinder, der Kleiderkammer oder im sozialen Bereich beschäftigt. Für die letzten fünf Bürgerarbeiter wird die Beschäftigung beim DRK am 31. Mai enden.

Andy Martius und Torsten Narr, Geschäftsführer des Jobcenters Jerichower Land, können unter das Bundesprogramm Bürgerarbeit speziell beim DRK ein gelungenes "Ist-Ergebnis" vorweisen. Für zwei weitere Bürgerarbeiterinnen wird es eine Einstellung beim DRK Regionalverband Magdeburg-Jerichower Land geben. Mitte des Jahres wird eine junge Frau eine Ausbildung aufnehmen.

Für einige Beschäftigte gibt es ein Weitermachen im Programm "Aktiv zur Rente - plus". Für weitere würden gemeinsam unter anderem mit dem Bürgermeister der Stadt Genthin Lösungsmöglichkeiten gesucht. "Uns ist es wichtig, regionale Kräfte zu halten", formuliert Martius das Anliegen des DRK.

"Bei aller möglichen Kritik: Die Bürgerarbeit hat etwas gebracht."

Torsten Narr, Geschäftsführer des Jobcenters

Mit dem letzten Tag als Bürgerarbeiter, das betonen Torsten Narr als auch Andy Martius gleichermaßen, soll allerdings nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein. Im März gab es deshalb zwischen dem Vorstand des DRK und der Geschäftsführung des Jobcenters erstmals Gespräche darüber, wie und welche berufliche Perspektiven für die Bürgerarbeiter aufgezeigt werden können. "Wir haben Einschätzungen über die Arbeit jedes einzelnen Bürgerarbeiters vorgenommen und sind der Frage nachgegangen, wie er weiter gefordert und gefördert werden kann, um dem Bürgerarbeiter später den Weg ins Arbeitsleben zu ebnen", sagt Andy Martius. Torsten Narr, Geschäftsführer des Jobcenters Jerichower Land, verwies insbesondere auf die Entwicklung, die die Bürgerarbeiter im Verlaufe des dreijährigen Förderprogrammes nehmen konnte. Bestanden in der ersten Phase, in der Aktivierungsphase, noch keine Möglichkeiten, den Bürgerarbeiter an den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln, konnte er die sich anschließenden Beschäftigungsphase nutzen, um eine Vielzahl persönliche und berufliche Erfahrungen zu sammeln. "Bei allen kritischen Anmerkungen, die man vielleicht zur Bürgerarbeit anbringen kann, bleibt die Feststellung, dass sie etwas gebracht hat", resümierte Narr. Dass hiesige Arbeitgeber bei ihrer Suche nach Arbeitskräfte auch auf ehemalige Bürgerarbeiter zurückgreifen, ist deshalb für Torsten Narr durchaus vorstellbar.

Während der dreijährigen Förderperiode des Bundesprogrammes Bürgerarbeit standen in den Regionen Genthin und Jerichow insgesamt 160 Projektplätze zur Verfügung, von denen 121 besetzt wurden. Die Plätze wurden für zusätzliche Unterstützungsangebote in der Bibliotheksarbeit, der Touristinformation, in Kindertagesstätten bzw. Horten und sozialen Einrichtungen genutzt.