Rege diskutiert wurde in der jüngsten Ortschaftsratssitzung in Zerben. Dass die Kommunalwahlen bevorstehen, war ein Grund dafür, denn es ging darum, Bilanz zu ziehen, was erreicht wurde im Dorf und was noch zu tun ist.

Zerben l Etliche Einwohner waren gekommen - viel zu wenige jedoch, wie einer der Gäste bemerkte. "Es ist wichtig, dass die Zerbener Bürger dahinterstehen", meinte er zu den Wünschen, was noch passieren solle im Ort.

Von den fünf Bewerbern für den Ortschaftsrat waren drei anwesend: Ortsbürgermeister Rolf Wegener und Torsten Schmücker, die einzigen Mitglieder im derzeitigen Ortsrat, sowie Dietmar Kohrt. Norman Andres und Heiko Zänkert konnten nicht kommen. Im künftigen Ortschaftsrat können drei Zerbener mitarbeiten.

"Was würden Sie anders machen?" stellte ein Bürger die Frage an die Kandidaten. Torsten Schmücker äußerte sich dazu nicht im Einzelnen, sagte nur, dass er nicht Ortsbürgermeister werden wolle, aber bisher gut mit Rolf Wegener zusammengearbeitet habe und das gern auch weiterhin tun wolle.

Rolf Wegener bestätigte diese gute Zusammenarbeit, begrüßte aber auch, dass künftig drei Zerbener im Rat sein werden. Dahingehend wolle er sich auch die Worte von Dietmar Kohrt zu Herzen nehmen: "Wir als Zerbener müssen geschlossen im Gemeinderat auftreten, wenn wir etwas erreichen wollen."

Dietmar Kohrt unterstrich: "Für mich ist wichtig, die Leute im Ort an einen Tisch zu bekommen, festzustellen, wo die wichtigsten Ansatzpunkte sind und wie man Probleme gemeinsam lösen kann." Der Ortsrat sei nur ein empfehlendes Gremium, erinnerte er.

Angesprochen wurden, unter anderem von den Gästen, auch die Themen, die schon seit Längerem immer wieder auf der Tagesordnung stehen. Dazu zählt unter anderem die kaputte Straße zwischen Zerben und der Zerbener Schleuse. Hauptamtsleiter Volker Zunder erklärte dazu: "Es wird jährlich ein Fördermittelantrag dafür gestellt. Die Straße muss grundhaft ausgebaut werden. Alles andere bringt nichts." Fördermittel über die Dorferneuerung seien generell abgelehnt worden. Für GVFG-Mittel (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz) habe es bisher noch keinen positiven Bescheid gegeben.

Wegener meinte dazu: "Viel Geld geht ins Schloss. Und es wurden schöne Feldwege ausgebaut, aber für die Straßen reicht es nicht!" Er erinnerte auch an den Vorschlag, für den Brückenneubau bei Güsen anstelle einer Behelfsbrücke diese Straße auszubauen und die Umleitung über Zerben zu führen. Das fand jedoch kein Gehör, bestätigte auch Volker Zunder, der unterstrich, dass sich darum auch das Gemeindeamt gekümmert hatte.

"Mit der Straße muss etwas passieren", forderte auch eine Bürgerin. "Wenn da ein Krankenwagen mit einem Patienten drüberfährt, ist der tot, bevor er im Krankenhaus ankommt!" Eine andere Zerbenerin allerdings meinte: "Bevor nicht der Schleusenbau abgeschlossen ist, hat es gar keinen Zweck, diese Straße zu bauen!"

Angesprochen wurde auch wieder die Kegelbahn. Wegener sagte, dass er von der Denkmalpflege die Info bekommen habe, dass bei einer flexiblen Kegelbahn an diese kein Antrag gestellt werden braucht. Dem beliebten Kegeln im Zerbener Park dürfte demnach nichts mehr im Weg stehen.

Bleibt die Toilettenfrage. Bei ordentlicher Abstimmung dürfte der Toilettennutzung im Schloss nichts entgegenstehen, sagte Zunder. Eine Beaufsichtigung freilich ist nötig.