Genthin l Seinem 14-jährigen Sohn müsse er inzwischen nicht mehr vorlesen, sagte Bürgermeister Thomas Barz, als er im Haus der Generationen sein Versprechen einlöste.

Aus der Zeitung für die Bewohner zu lesen hatte er bereits im Februar angekündigt. "Nun freuen wir uns, dass er heute hier ist", sagte Leiterin Birgit Kowalski.

Im grünen Hinterhof bei sommerlichen Temperaturen stand sein Vorleseplatz unter einem Sonnenschirm bereit. Dann zückte er die Volksstimme, die er selbst an dem Tag auch noch nicht gelesen hatte. "Womit wollen wir denn anfangen?", fragte er in die Runde und wählte dann den Tag der offenen Tür bei der Parchener Feuerwehr aus.

Große Weltpolitik

Mehr interessierte die Bewohner jedoch die aktuelle Weltpolitik. Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland könne einem Angst machen, so Barz. "So ist es", stimmte einer der Senioren zu. Einige der Bewohner nickten ebenfalls und sahen nachdenklich aus. Viele haben die Kriegs- und Nachkriegszeit selbst miterlebt. Auch über die aktuelle Kommunalpolitik und die anstehenden Wahlen wurden sie durch "Vorleser" Barz ins Bild gesetzt.

Etwas besorgt war die Leiterin des Seniorenzentrums aber, was den künftigen Ausbau der Bundesstraße 1 betrifft, der an dem Seniorenzentrum vorbei führen soll. Sie sprach die Befürchtungen auch im Namen der Senioren an. Diese Angst versuchte der Stadtchef ihr zu nehmen: "Was die Zufahrten für Rettungs- und Versorgungsfahrzeuge betrifft, brauchen Sie sich keine Sorgen machen." Darauf würde beim Ausbau geachtet werden.

Abschließend lauschten die Bewohner auch den Namen der in der Zeitung abgedruckten Jubilare und der Todesfälle in der Region. Aber niemandem war eine der benannten Personen im Blatt bekannt.

"Hier hat die Volksstimme aber was falsch verstanden", sagte Barz über ein persönliches Zitat im Parchen-Artikel und lachte. Tanzen könne er durchaus, immerhin hat er seine Frau bei einem Tanzkurs kennengelernt.