Warum fliegen die Störche im Winter weg? Wie leben die Waldameisen? Warum mag die Fledermaus Höhlen? Haben wir genug Wasser auf der Erde? Diese und viele andere Fragen haben die Schüler der 3. und 4. Klassen der Grundschule Jerichow bei einem etwas anderen Unterricht - mitten im Grünen - beschäftigt.

Jerichow l Die Lehrerinnen hielten sich abseits und behielten die Gruppen nur von weitem im Auge. Denn ihren "Job" hatten diesmal fünf Mitarbeiter der Biosphärenreservatsverwaltung "Mittelelbe" übernommen.

Deren Zusammenarbeit mit der Grundschule Jerichow ist schon seit längerem sehr gut. Unter anderem gibt es nun schon das zweite Schuljahr hier eine Arbeitsgemeinschaft "Junior-Ranger", in der interessierte Schüler der 4. Klasse mitarbeiten. Sie treffen sich alle zwei Wochen und gehen sehr oft raus in die Natur.

Diesmal jedoch waren alle Kinder dabei. Fünf Stationen hatten die Biosphärenreservatsmitarbeiter auf dem Gelände in der Nähe der Schule aufgebaut.

Wolfgang Hoffmann, einer der Betreuer der Junior-Ranger, hatte allerhand interessantes Material über Fledermäuse mitgebracht. Sogar ein sehr altes, echtes Präparat hatte er, bei dem die kleinen "Vampir"-Zähnchen gut zu sehen waren.

Er wie auch seine Kollegen haben den Kindern aber nicht einfach etwas erzählt, sondern stellten Fragen, regten zum Nachdenken an und schafften es mitunter sogar, die Kinder zu verblüffen, in Staunen zu versetzen und dazu zu bringen, dass sie scheinbar Selbstverständliches nicht mehr einfach so hinnehmen.

Das war zum Beispiel beim Thema "Wasserkreislauf" der Fall, um den es an Peter Müllers Station ging. Der Kernpunkt: Wasser gibt es zwar genug auf der Erde, aber nicht genug Süßwasser für alle Menschen, wozu ganz wesentlich auch die Bevölkerungsentwicklung beiträgt. "Von der Zeit, als ich in eurem Alter war, bis heute hat sich die Zahl der Menschen auf der Erde fast verdoppelt!" erklärte Peter Müller den staunenden Kindern.

Über das faszinierende Leben in einem Ameisenstaat berichtete Gabi Ecke, über den Weißstorch Martin Hille und über Tiere in Feld und Flur Janett Sollock.

In vielen Schulen seien die "Ranger" vom Biosphärenreservat auf diese Weise unterwegs, dieses Jahr allein in zehn Schulen zwischen Seehausen und dem Süden des Jerichower Landes.

Im Juni folgt Projekttag für die 1. und 2. Klassen

Im Juni solle noch einmal ein ähnlicher Projekttag für die 1. und 2. Klassen stattfinden, kündigte Schulleiterin Gabriela Nieß an. Natürlich werden die Inhalte dem Alter der Kinder und dem bisherigen Lernstoff in der Schule angepasst. Noch im Mai werden einige Kinder die Möglichkeit haben, mit den Biosphärenreservatsmitarbeitern zu den Bundesspielen zu fahren, berichtete Gabriela Nieß weiter.

Für den "normalen" Unterricht seien diese Projekttage eine sehr gute Ergänzung, finden auch die Lehrerinnen.

   

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