Bereits zum dritten Mal trafen sich nun Vertreter aller 17 Ortsfeuerwehren der Einheitsgemeinde Stadt Jerichow zu einer gemeinsamen Jahreshauptversammlung. Es war selbstverständlich, dass diesmal das Hochwasser 2013 erneut ein Thema war.

Jerichow l Die Stadt Jerichow hat jetzt ebenfalls ein Buch "Hochwasser 2013" anfertigen lassen - mit vielen Fotos, Zahlen und Fakten. Und es sind nun viele weitere Fluthelfer geehrt worden: Insgesamt 227 Fluthelfernadeln sind an diesem Abend zum Teil persönlich übergeben oder an die betreffenden Ortswehrleiter ausgereicht worden mit dem Auftrag, die Ehrungen ebenfalls in würdigem Rahmen zu vollziehen.

Stadtwehrleiter Ralf Braunschweig und Bürgermeister Harald Bothe bedankten sich noch einmal bei den Kameraden für ihren herausragenden Einsatz. Braunschweig sagte natürlich auch einiges zur aktuellen Situation der Feuerwehren in der Einheitsgemeinde. Insgesamt gehören den 17 Ortsfeuerwehren derzeit 293 aktive Kameraden an. Das sind 3,82 Prozent der Einwohner, hatte er berechnet. Dieses Verhältnis sei in den einzelnen Ortsteilen sehr unterschiedlich: Das kleine Altenklitsche liegt mit gut 16 Prozent an der Spitze, Jerichow als größter Ortsteil mit 1,5 Prozent am Schluss.

Gerade in kleinen Orten hat die Feuerwehr große Bedeutung, wie dieses und andere Beispiele zeigen. Jedoch die Nachwuchsgewinnung fällt in diesen oft besonders schwer, weiß Braunschweig. Er sieht einen Grund dafür darin, dass es in vielen Orten keine Kindergärten und Schulen mehr gibt, die Kinder weit fahren müssen und dadurch die Identität mehr und mehr verloren gehe.

Im Moment kann er noch relativ zufrieden mit einem stabilen Mitgliederstand sein. Wichtig findet er auch, den Kameraden eine Motivation zu bieten, ist jedoch überhaupt nicht damit einverstanden, dass es regional ganz unterschiedliche Entschädigungszahlungen gibt. Hier müsse eine einheitliche Regelung her, betont er.

Harald Bothe lobte, dass es bereits eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen den 17 Ortsfeuerwehren gibt. Er dankte auch Ordnungsamtsleiterin Sabine Pasch und die zuständige Mitarbeiterin Simone Wilke für ihre gute Koordination.

Julian Strobach vom Kreisfeuerwehrverband findet gut, dass hier diese gemeinsame Veranstaltung der Wehren stattfindet. Er sagte, es sei zu sehen, dass die Stadt Jerichow im Vergleich zu anderen Gemeinden in jüngster Zeit sehr viel in die Feuerwehren investiert habe.

Leider könne man nicht alle Wünsche sofort erfüllen, sagte Bothe. Ginge es nach der Risikoanalyse, müssten mehrere Millionen Euro fließen.

   

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