Genthin l Gut im Geschäft ist die Firma Sibau. "Wir haben uns in den vergangenen Jahren einen Namen als Stahlbauer gemacht", erläuterten die Ingenieure Mario Feuerherdt, und Jörn Döbbelin, die die Ausschussmitglieder durch die innerhalb von zwei Jahren erweiterten Werkshallen führten.

Das Unternehmen wurde Anfang der 90er Jahre gegründet und ist heute besonders in den Bereichen Stahlwasserbau, Stahlbrückenbau tätig. Aktuell ist Sibau am Schleusenbau des Dortmund-Ems-Kanal, sowie am Brückenbau der S-Bahn Berlin beteiligt. "Wir können von der Planung bis zur Montage alles aus einer Hand anbieten, das ist ein großer Vorteil", machte Feuerherdt deutlich. Die Genthiner sind häufig auch dann gefragt, wenn es gilt Sonderanfertigungen von Fachwerkkonstruktionen oder Brücken umzusetzen.

Ein Beispiel dafür ist die Fuß- und Radwegbrücke in der Autostadt Wolfsburg bei der die Genthiner die Herstellung, Lieferung und Montage einer aufgeständerten Dachkonstruktion übernommen haben. Ein noch laufendes Großprojekt ist bis zum Jahr 2017 der Neubau der 2. Schleuse in Trier. Zudem laufen nebenbei mehrere kleine bis mittlere Projekte.

"Unsere Grundauslastung ist solide, aber nicht auf dem obersten Level", musste Feuerherdt einräumen. Dennoch steht das Unternehmen gut da. Derzeit sind mehr als 80 Mitarbeiter bei Sibau beschäftigt. Die Auszubildenden haben bei einem erfolgreichen Abschluss, große Chancen bei Sibau beschäftigt zu werden.

"Wir haben seit 1997 insgesamt 30 Lehrlinge ausgebildet", erläuterte Feuerherdt. Im Sommer werden zwei Auszubildende neu anfangen. "Wie steht es um die Anwerbung von Fachkräften?", wollte der Ausschussvorsitzende Harry Czeke (Die Linke) wissen. Es sei schwierig Mitarbeiter zu bekommen und sie zu halten, erläuterte Jörn Döbbelin. "Wer hier gelernt hat, ist an vielen anderen Stellen begehrt." Das Unternehmen beteiligt sich auch in Bereichen der Forschung und Entwicklung.

Bei der anschließenden kurzen Sitzung des Wirtschaftsausschusses auf dem Sibau-Gelände kam die Diskussion auch auf den bevorstehenden Abriss der Henkelbrücke. "Ich kann Ihnen sagen, dass der Abriss noch in diesem Jahr kommt", machte Bürgermeister Thomas Barz (parteilos) deutlich. Nach dem Konzert der MDR-Sommertour werde der Abriss der Brücke in der zweiten Jahreshälfte definitiv erfolgen, legte sich Barz fest. "Ich gehe davon aus, dass im nächsten Jahr der Neubau beginnt. Als Grund für die Verzögerungen nannte der Bürgermeister die vielfachen Änderungen, die der Abrissplanung vorausging, sowie die Klärung, ob die Brücke als Kunstwerk anzusehen sei.