Genthin l Es war eine würdige und unterhaltsame Feierstunde, die am Sonnabend gleich dreimal hintereinander auf die Bühne des Stadtkulturhauses gebracht wurde. Die Mischung aus traditionellen und modernen Elementen gelang den Verantwortlichen der Interessenvereinigung Jugendweihe wieder bestens. Sophie Hof und Fabian Siska aus Magdeburg begeisterten mit Tanzeinlagen zu Klängen des "Gagnam Style" das Publikum. Besonderen Applaus erhielten sie für ihre Darbietung zur Musik aus dem Film "Dirty Dancing", die mit dem Sprung der jungen Tänzerin in die Arme ihres Tanzpartners endete.

Auch die Jugendweiheband, bestehend aus Keyboarderin Sarah Behrend, Sängerin Lucie Bachmann und dem Gitarristen Randy Darius, präsentierte ein Programm mit aktuellen Chartstiteln und dem Klassiker "Imagine" von John Lennon. Selbst technische Probleme überspielte das Trio gekonnt.

Festredner Dr. Gordon Heringshausen hatte im Vergleich zum Vorjahr einige kleinere Veränderungen in seinem Redemanuskript vorgenommen und gab den Jugendlichen einige besondere Ratschläge für das Leben in einer immer hektischeren und rastloseren Welt mit auf den Weg ins Erwachsenenleben. Er sprach aber auch die Eltern und Großeltern direkt an, die er aufforderte, in ihren Kindern und Enkeln nicht mehr die kleinen Knirpse von einst zu sehen, sondern junge Erwachsene, die sich in der modernen Welt oft besser zurechtfänden als die Älteren.

"Ich habe mich davon durchaus angesprochen gefühlt", sagte Horst Scheck, dessen Enkelin die Jugendweihe erhielt. "Ich bin immer noch ganz aufgewühlt", pflichtete Besucherin Kathrin Haar bei. "Es ist ein schöner Tag, auch für uns Eltern, auch wenn es schwer ist, sein Kind loszulassen." Ihr Urteil über den Tag fasste sie in einem Wort zusammen: "Super." Das fanden viele, hatte das Jugendweihe-Team doch wieder eine runde Veranstaltung auf die Beine gestellt. Maria Pfannkuchen und Jean-Colin Bäsler meisterten ihren Part als Moderatoren wieder souverän.

Bäsler war auch in die Organisation eingebunden und ließ sich die Doppelbelastung nicht anmerken. Auch als nicht alles glatt ging. Gab es doch eine zeitliche Verzögerung, durch die die Veranstaltungen alle einige Minuten später begannen. "Das ist einfach der Tatsache geschuldet, dass die Fotos diesmal im Stadtkulturhaus gemacht wurden und nicht im Garten", erläuterte Bäsler. Draußen sei es schlicht zu windig gewesen. "Die Haare der Mädchen wären sicherlich in Unordnung geraten und jeder möchte doch schöne Bilder von seiner Jugendweihe", fügte er hinzu.

Dennoch: Spätestens während der Veranstaltung sprang der Funken auf die Besucher und besonders die Jugendlichen über. Kamen sie zu Beginn noch schüchtern in den Festsaal, spendeten sie zum Schluss den Akteuren viel Beifall. Gleich nach der Feierstunde fanden sich alle zu einem kleinen Plausch auf dem Gelände des Stadtkulturhauses zusammen. "Ich war sehr aufgeregt", bekannte Denise von Zweidorf aus der Sekundarschule Brettin. "Bevor wir auf die Bühne durften war es reiner Nervenkitzel." Wie ihr ging es den meisten jungen Leuten vor dem wichtigen Tag. Wunderschön sahen sie aus. Die Jungen in feinen Anzügen mit Krawatte und die Mädchen mit kunstvoll gesteckten Haaren und wunderbaren Kleidern.

Manches Lob bekamen die Jugendlichen auch von Bürgermeister Thomas Barz, der die Jugendweihe-Urkunden überreichte und es sich nicht nehmen ließ, mit den Jugendlichen zu plaudern. Viele konnten den Worten auf einem Bewertungszettel zustimmen. Dort stand: "Es ist ein unvergesslicher Tag für uns alle."

Weitere Informationen unter www.jugendweihe-jerichowerland.de

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