Einstimmig haben die Mitglieder des Genthiner Stadtrates am Donnerstag die Gründung einer Stadtseniorenvertretung beschlossen. Auch die Mitglieder der Vertretung wurden benannt. Schon bald soll das neue Gremium seine Arbeit aufnehmen.

Genthin l Keine Diskussionen gab es vor der Abstimmung im Stadtrat. Einstimmig brachten die Mitglieder das neue Gremium auf den Weg.

Damit ist der Weg frei für die Konstituierung der Stadtseniorenvertretung. "Wir werden uns wohl noch Ende des Monats zusammenfinden, um einen Vorstand zu wählen und erste Maßnahmen festzulegen", so Karl-Heinz Koszior, der seit mehr als zwei Jahren für die Einrichtung einer Seniorenvertretung in Genthin gekämpft hatte. "In die Stadt muss einfach mehr Leben rein", begründet er sein Engagement.

"Es hat einige Diskussionen gegeben. Aber ich freue mich, dass wir unseren Plan für die Stadtsenioren auch in den Ausschüssen vorstellen konnten und nun auch der Stadtrat von der Idee überzeugt ist", meint Koszior. Mit der Entscheidung zur Gründung der Vertretung hat der Stadtrat die Satzung und die zwölf stimmberechtigten Mitglieder benannt. Darüber hatte es während der Stadtratssitzung im März heftige Diskussionen gegeben. Bürgermeister Thomas Barz (parteilos) hatte seinerzeit erläutert: "Wir haben uns bei der Ausarbeitung der Satzung an gängigen Mustern orientiert, die in Sachsen-Anhalt üblich sind." Es gäbe nach wie vor mehr als 30 Interessierte, die mitarbeiten möchten, bestätigt Koszior. "Sie sind natürlich für die Arbeit im Gremium willkommen und können wichtige Anstöße geben und mitdiskutieren.

Die hohe Resonanz auf den Aufruf zur Mitarbeit in dem Gremium hatte seinerzeit auch die Initiatoren der Stadt überrascht. "Wir waren sehr erfreut über das rege Interesse", hatte der Bürgermeister seinerzeit bestätigt. Erste Pläne hat Koszior, der auch Vorsitzender der Kreissenioren im Jerichower Land ist, ebenfalls schon.

"Wir wollen mit anderen Verein und Organisationen zusammenarbeiten." Koszior hat dabei nicht nur Sportvereine und die Volkssolidarität im Blick, sondern auch den generationsübergreifenden Austausch. "Wir haben bereits Gespräche mit dem Genthin-2020-Leuten geführt", bestätigt er. Zudem solle ein Seniorenkino eingerichtet werden. Über die Ausgestaltung werde derzeit ebenfalls schon gesprochen. "Dabei können wir von Erfahrungen aus Magdeburg profitieren", meint Koszior. Ebenfalls geplant sind öffentliche Veranstaltungen zu medizinischen und sozialen Themen.

Allerdings sind die Stadtsenioren kein Verein. Vielmehr sind die Stadtsenioren eine auf der Gemeindeordnung gegründete Vertretung. Sie sollen sich parteipolitisch neutral und konfessionell unabhängig um die Belange der älteren Bürger kümmern. Die Stadtseniorenvertretung soll in die Entscheidungsfindung der Stadt eingebunden werden. Die Stadtsenioren können sich zu bestimmten Themen positionieren oder diese zur Kenntnis nehmen. "Das letzte Wort hat aber immer der Stadtrat", machte Barz deutlich.