Genthin l Aufbruchstimmung um die Begegnungsstätte "Lindenhof". Ein erstes sichtbares Signal dafür gab ein ortsansässiges Hausmeisteunternehmen, das gestern rund um das Haus an der Straße der OdF eine erste Aufräumaktion startete.

Die QSG hatte zum 31. Dezember vergangenen Jahres den Geschäftsbesorgungsvertrag mit der Stadt gekündigt, worauf sich die Kommune für einen Verkauf entschied. In Sebastian Haas fand sie einen Fachmann der Gastronomie, der für den Lindenhof ein tragfähiges Konzept vorlegte und so eine langjährige Tradition fortsetzen kann.

Voraussichtlich im Juli und August werden sich bereits zahlreiche Gewerke die Klinke in die Hand geben.

Bauarbeiten in den Sommermonaten

Sebastian Haas, neuer Chef des Hauses, will die bevorstehenden Sommermonate nutzen, um grundhafte Bauarbeiten in der Begegnungsstätte durchführen zu lassen, um so einen über viele Jahre entstandenen Investitionsstau zu beseitigen.

Mit Angaben, was alles im Detail auf dem Umbauplan steht, hält sich Haas allerdings bewusst zurück. "Am Anfang noch mit gebremsten Schaum fahren und dafür besser nach hinten zulegen", sagt er. Wenn diverse Gewerke ihre Arbeiten erledigt haben und der Umbau vollendet ist, stellt Sebastian Haas einen Tag der offenen Tür für die Öffentlichkeit in Aussicht. Auch wenn sich der Gastronom zu den Fragen des bevorstehenden Umbaus bedeckt hält, betont er, dass der Charakter des Hauses auf jeden Fall erhalten bliebe. "Der alte Lindenhof wird auch der neue sein", kündigte er gegenüber Volksstimme an.

Sebastian Haas, der seit elf Jahren das "Bootshaus" bewirtschaftet, will den Lindenhof für Familienfeiern, Hochzeiten, Firmenveranstaltungen und Tagungen nutzen. Seine Intension, sich dem Lindenhof zuzwenden, sei auch dem Umstand geschuldet, dass er im Bootshaus an Kapazitätsgründen gestoßen sei.

Zwei Wochentage für Vereine

Der Dienstag und Mittwoch bleiben, wie mit der Stadt Genthin vertraglich für die nächsten zehn Jahre vereinbart, den Vereinen und Gruppen vorbehalten. Mit ihnen wird die Stadt in den nächsten Wochen ein Untermietvertrag abschließen. Dabei, das versicherte gestern Bürgermeister Thomas Barz auf Volksstimme-Anfage, würde nicht an den bisher geltenden Konditionen gerüttelt. So müssten die Vereine und Gruppen, die den Lindenhof in Anspruch nehmen, weiterhin fünf Euro pro Stunde entrichten wie das bei der QSG üblich war. "Ich glaube nicht, dass diese Forderung überzogen ist", sagte Bürgermeister Thomas Barz.

Gleichwohl haben sich einige Vereine und Gruppen für einen anderen regelmäßigen Treffpunkt entschieden, darunter die Linedancer, die Selbsthilfegruppe nach Krebs, der Genthiner Frauenchor und die Rommégruppe.

Bootshaus als Ausweichquartier

Etwa zehn Gruppen und Vereine haben bisher den Lindenhof regelmäßig genutzt. Auch zukünftig biete die Einrichtung Platz für weitere Interessenten, sagte Thomas Barz. Interessenten könnten sich jederzeit in der Stadtverwaltung bei Peter Knobel melden.

Für die Dauer der Bauarbeiten im Lindenhof hat Sebastian Haas das Bootshaus als Ausweich für die Vereine und Gruppen angeboten.

Seit 129 Jahren gibt es den Lindenhof, drei Jahre davon gehörte er zur Gemeinde Berggenthin. Er wurde 1888 mit der Eingemeindung Teil der Stadt Genthin.