Mit guter Mechanik macht man es Einbrechern schwerer. Zusätzliche Überwachungs- oder Alarm-Technik macht nur Sinn, wenn Türen und Fenster ausreichend gesichert sind.

Genthin l Technische Spielereien wie Alarmanlagen und Überwachungstechnik findet man im Infomobil der Polizei, das am Dienstag auf dem Genthiner Marktplatz stand. Was sinnvoll ist, erfuhren die Kanalstädter von Polizeihauptmeister Frank Eismann und Kriminalhauptmeister Fred Brehmeier vom Landeskriminalamt. "Wenn die Mechanik in Ordnung ist, macht man es den Einbrecher schon schwerer", erklärt Eismann.

Genthin ist keine Hochburg für Einbrecher

Selbstverständlich sollte es sein, Türen und Fenster zu schließen und abzuschließen, wenn man geht. "Auch wenn man nur hinter dem Haus im Garten arbeitet ist es sicherer, Fenster nicht angeklappt zu lassen", so Brehmeier.

"Gegen den Bundestrend ist die Entwicklung der Einbrüche in Genthin rückläufig", so Thomas Kriebitzsch, Pressesprecher der Polizei im Jerichower Land. Während es 2012 insgesamt 36 Einbrüche in Wohnungen und Eigenheimen in Genthin und umliegenden Ortschaften gab, waren es im vergangenen Jahr zehn weniger. Eigenheimbesitzer in der Nähe von Autobahnen haben es schwerer. "Das sind zum Beispiel A2-Ortschaften wie Biederitz oder Lostau", so Kriebitzsch. Hier können Einbrecher schnell in alle möglichen Richtungen mit dem Diebesgut verschwinden.

Vielleicht trägt auch das rege Interesse der Kanalstädter am Einbruchsschutz zur positiven Statistik bei. "Viele Genthiner haben sich am Vormittag über Möglichkeiten zur Sicherung ihres Hauses informiert", sagt Frank Eismann. Er selbst bietet für Eigenheimbesitzer eine Schwachstellenanalyse vor Ort an. "Die Hinweise für eine bessere Sicherung des Hauses durch die Polizei sind kostenfrei", fügt Eismann hinzu. Gestohlen werden heute nicht mehr unbedingt teure Geräte wie Fernseher oder Computer. "Meist sind es kleine Dinge, die sich gut mitnehmen lassen", sagt Kriebitzsch. Das kann die Briefmarkensammlung, aber auch der herumliegende Autoschlüssel sein. Das Auto wartet im Carport.

Pilzkopfverriegelung lautet der Tipp der beiden Polizisten. Wichtig ist, sie an allen Schließmechanismen der Türen oder Fenster einzusetzen. Hier sollten nur geprüfte Materialen zum Einsatz kommen, die von einem Fachmann eingebaut werden. Etwa eine Tonne Hebelkraft halten sie aus. "Mit einem einfachen Schraubenzieher übt man eine Kraft von etwa 500 bis 600 Kilo aus", erklärt Brehmeier. Meist verlieren Einbrecher die Geduld, wenn sie nicht schnell genug Erfolg haben. "Nach etwa drei Minuten geben vor allem Gelegenheitstäter oft auf", sagt Eismann.

Hochmoderne Technik macht wenig Sinn

Wenig Sinn macht hochmoderne Technik, wenn der Einbrecher mit ein paar Handgriffen in Wohnung oder Haus ist.

Bei Interesse an der Schwachstellenanalyse können Sie sich beim Polizeirevier Jerichower Land unter (0 39 21) 92 00 melden.