Deftig duftet es im Jugendhaus Thomas Morus in Genthin. In der Küche zwei Generationen, die gemeinsam Essen für die Besucher zubereiten.

Genthin l "Ich habe vorher alles eingekauft", sagt Horst Leiste, der damit sein Versprechen einlöst, gemeinsam mit den Jugendlichen zu kochen. Sein Geschenk zum 20-jährigen Jubiläum der Begegnungsstätte, die an diesem Tag zumindest am Herd ein Generationstreff ist. Schälen, schnippeln, raspeln und panieren für zwei verschiedene Essen. Selbst eine Garnitur aus Gurken ist vorbereitet, um die Teller ansehnlich zu dekorieren. Nach knapp zwei Stunden konnte aufgetischt werden. "Es ist auch eine Möglichkeit, den Jugendlichen zu zeigen, dass es nicht immer Fast Food sein muss", sagt Bernd Neumann, Leiter des Jugendhauses.

Die drei "Kochazubis" Peter Nordahl, Michelle Dittmann und Jana Napierski lernten von Leiste, wie man Gulasch ganz ohne Soßenbinder zubereitet. Das mitgekochte Gemüse wird anschließend einfach im Topf püriert und zu einer leckeren Soße verarbeitet. Dabei musste sich Leiste, der selbst acht Jahre, davon zwei als Koch, in der Gastronomie arbeitete, erst einmal mit dem Ceranfeld des Herdes vertraut machen. "Zu Hause koche ich zu 99 Prozent, aber nur mit einem Gasherd", verrät er. Diese Hürde genommen, entstanden aus dem mitgebrachten Fleisch zwei Menüvarianten. Schnitzel mit Kartoffeln oder Gulasch mit Gemüsereis standen für die hungrigen Morushaus-Besucher zur Auswahl.

"Es hat Spaß gemacht und war mal was anderes", sagt Jana Napierski nach dem Kochen. Die Zusammenarbeit hat scheinbar gut funktioniert. Es kamen keine Beschwerden von Seiten der Bekochten. "Das Gulasch war gut," so die Antwort von Besucher Philipp Lenz, der sich gleich noch einen Möhrensalat als Nachtisch holt. Michelle Dittmann und Peter Nordahl sind derweil beschäftigt, die anderen Portionen auf den Teller und an die wartenden Hungrigen zu bringen. Anschließend wird durchgerechnet.

Für zirka 30 Euro haben die drei jungen Hobbyköche gemeinsam mit Horste Leiste 25 kleinere Portionen gekocht. 15 Schnitzel und zehn Portionen Gulasch. "So haben die Jugendlichen gelernt, dass selbstmachen günstig und lecker sein kann", sagte Neumann. Satt werden für unter zwei Euro im Fast-Food Restaurant geht vielleicht auch, aber meist hat man nach ein paar Stunden erneut Hunger. Nicht so mit der zünftigen Hausmannskost des Morus-Hauses.

Abwaschen musste sie anschließend nicht, das erledigte die Spülmaschine. Einen guten Tipp für Anfänger gab Leiste noch mit auf den Weg: "Ich benutze immer ein Salz-Pfeffer-Gemisch zum Würzen. So kann man fast ausschließen, dass etwas zu salzig oder scharf wird." Na dann guten Hunger.