Jeden Mittwoch klingen zwischen munteren Kinderstimmen Geräusche von Sägen und Hammern durch die Pareyer Kita "Sonnenschlößchen". Dann nämlich ist Werkstatttag. Schon seit mehr als vier Jahren baut Lutz Steller mit den Kindern die schönsten Sachen.

Parey l Angefangen hatte es durch seine eigenen Kinder. Inzwischen gehen die nicht mehr in den Kindergarten, aber Lutz Steller kommt trotzdem immer noch regelmäßig. Anfangs war es alle 14 Tage, jetzt ist es wöchentlich. Und der Bedarf ist noch viel größer, deshalb ist Kita-Leiterin Renate Blanke froh, dass sich jetzt noch ein weiterer Vati bereiterklärt hat, ebenfalls mitzumachen.

Die Kinderwerkstatt ist schon vor längerer Zeit in der Johanniter-Kita "Sonnenschlößchen" eingerichtet worden, berichtet Renate Blanke. Erst gab es eine Werkbank, inzwischen sind es drei, und ganz viel kindgerechtes Werkzeug ist nach und nach dazu gekommen. "Von überall her haben wir etwas gekriegt, unter anderem von der Schrauben- und Drahtunion." So lernen die Kinder verschiedene Werkzeuge kennen und damit umzugehen: Hammer, Säge, Feile, Zange, Schraubenzieher, Handbohrer und anderes. Sie lernen, vorsichtig damit umzugehen, mit Schutzbrille zu arbeiten und aufeinander Rücksicht zu nehmen. "Und sie sind stolz darauf, was sie geleistet haben", betont Renate Blanke.

Aus allen Ecke der Kita holt sie Sachen zusammen, die schon gebaut wurden: Boote, eine funktionsfähige Waage, ein Bügelbrett für die Puppenwäsche und ein Wäschetrockner mit Leinen dran, eine hölzerne Brücke, ein Turmdrehkran, der richtig funktioniert. Einen Lkw dazu soll es auch noch geben, aber der ist irgendwo "unterwegs", denn mit all den Sachen spielen die Kinder auch tüchtig. Es sind ihre Ideen und Wünsche, die in der Werkstatt umgesetzt werden, wenn es sich irgendwie machen lässt.

Renate Blanke zeigt auch einen selbsthergestellten Satz sogenannter "Zahlenhäuser", mit deren Hilfe die Kinder spielerisch Zahlen kennenlernen und üben können. "Die haben wir mal im Katalog gesehen. Da sind sie aber sehr teuer", sagt Renate Blanke. Nun hat die Kita sie zum Null-Tarif bekommen, denn auch das Holz wird mal von diesem, mal von jenem Tischler gespendet.

Auch Nistkästen wurden in der Kinderwerkstatt schon gebaut, und ein ganzes Insektenhotel. Sachen zum Forschen und Experimentieren entstehen hier, und auch kaputtes Spielzeug wird, wenn möglich, hier repariert. "Manchmal nimmt Lutz Steller es auch mit nach Hause und repariert es dort", berichtet Renate Blanke.

Etwa eineinhalb Stunden sind die Kinder jedes Mal in der Werkstatt. Vorher fragen die Erzieherinnen immer, wer möchte, und achten darauf, dass alle mal drankommen. Wenn der zweite Vati künftig demnächst noch dazu kommt, sollen auch jüngere Kinder schon die Möglichkeit zum Werkeln haben. Bisher konnten nur Kinder der mittleren und älteren Gruppe einbezogen werden - die Kleinen mussten also warten, bis sie groß genug sind.