Im Elbe-Pareyer Gemeinderat und in den sieben Ortschaftsräten werden einige "neue" Gesichter auftauchen, etliche Räte haben auch erneut das Vertrauen der Wähler erhalten. In fünf der sieben Ortschaften sind die bisherigen Ortsbürgermeister nicht mehr in den Räten, mit Spannung dürften hier die Neuwahlen erwartet werden.

Elbe-Parey l Nach diesen Wahlen lässt sich wirklich sagen: Die Karten wurden neu gemischt. Die beachtliche Anzahl von 14 Wahlvorschlägen (Parteien, Wählergemeinschaften, Einzelbewerber) mit insgesamt 62 Kandidaten für den Gemeinderat brachte Spannung ins Warten auf die Ergebnisse. Tatsächlich ist die Verteilung der 20 Sitze im Gemeinderat auf die sieben Ortschaften diesmal etwas ausgeglichener als in der vergangenen Wahlperiode. Die Sitze sind wie folgt verteilt: Bergzow 2 (bisher auch 2), Derben 3 (bisher 5), Ferchland 2 (bisher 0), Güsen 3 (bisher 2), Hohenseeden 1 (bisher 2), Parey 6 (bisher 7), Zerben 3 (bisher 2).

Stärkste Kraft ist mit 35,27 Prozent die CDU im Gemeinderat, auf die Liste mit elf Bewerbern entfallen insgesamt 3 023 Stimmen. Auch die Kandidaten mit den meisten Stimmen stehen auf der CDU-Liste: Cora Schröder, gefolgt von Nicole Golz und Egon Buchmann.

Das Ferchland diesmal eigene Wählergemeinschaften aufstellte, um im Gemeinderat nicht wieder außen vor zu bleiben, hat sich ausgezahlt: Beide Wählergemeinschaften bekamen fast die gleiche Stimmenzahl (WG Ferchland 340, WG Ferchland/Elbe 342), bei ersterer auf sechs Kandidaten verteilt, bei letzterer auf vier.

In der Ortschaft Bergzow wird auf Jugend gesetzt: Fast ein Viertel der abgegebenen Stimmen konnte Stefan Ringwelski auf sich vereinen, der erstmals kandidierte. An 2. und 3. Stelle folgen die Landwirte Hans-Joachim Bauer und Jörg Schulze-Wext.

Im Derbener Ortschaftsrat gibt es mit Heidi Herregott jetzt auch eine Vertreterin aus Neuderben. Im Ferchländer Ortschaftsrat ist Otto Schmidt, der erstmals kandidierte, mit 27 Prozent der abgegebenen Stimmen klarer Wahlsieger, der bisherige Ortsbürgermeister Walter Henning kam über seine Liste (WGF) mit 76 Stimmen nicht mehr in den Rat. Vor ihm wäre noch Ingo Tiesler mit 106 Stimmen erster "Nachrücker".

In Güsen hatte die Gefahr bestanden, dass es eine Neuwahl geben könnte, wenn die Stimmenverteilung so ungünstig wäre, dass ein Kandidat nicht in den Rat einziehen kann. Denn für neun Sitze gab es nur sechs Bewerber. Es war tatsächlich knapp, erläuterte Elbe-Pareys Hauptamtsleiter und stellvertretender Wahlleiter Volker Zunder: Die CDU bekam 600 Stimmen, das sind 31 Prozent der abgegebenen Stimmen, und könnte damit drei Sitze bekommen, hat aber nur zwei Kandidaten. Das ist der erste "blockierte" Sitz. Elisabeth Scheck als einzige Kandidatin der Linken bekam 26 Prozent der Stimmen und damit zwei Sitze - der zweite "blockierte" Sitz. Einzelbewerber Dr. Helmut Preuß bekam mit 25 Prozent ebenfalls zwei Sitze - der dritte "blockierte" Sitz. Würden durch noch ungünstigere Stimmenverhältnisse noch ein weiterer Sitz blockiert und damit nur fünf Sitze tatsächlich besetzt werden können, dann müssten die Güsener noch einmal an die Wahlurne gerufen werden. Das würde auch passieren, wenn einer der gewählten Ortschaftsräte sein Mandat zurück gibt.

Bereits vor der Wahl, aber nach Ablauf der Abgabefrist, hatte Wolfgang Förster (Freie Wähler) seine Kandidatur schriftlich zurückgezogen, sowohl für Gemeinderat, Ortschaftsrat Parey als auch Kreistag, berichtete Volker Zunder. Das wäre auch nicht mehr rückgängig zu machen gewesen, ändere aber nichts, da er ohnehin keinen Sitz bekommen hätte.

Im Pareyer Ortschaftsrat wiederholt sich das Bild vom Gemeinderat: Die ersten drei Plätze in der Wählergunst besetzen CDU-Kandidaten: Cora Schröder, Nicole Golz und Ewald Janßen. An vierter Stelle liegt Harald Birmuske (Freie Wählergemeinschaft Elbe-Parey.

Die Wahlbeteiligung war durchgängig deutlich höher als bei den letzten Kommunalwahlen, bei denen etwa ein Drittel der Wahlberechtigten an die Urnen gegangen war, zog Volker Zunder Bilanz.

Dass gleichzeitig fünf Wahlen stattfanden, sei nicht nur für die Wahlhelfer, sondern vor allem auch für die Wähler eine Zumutung gewesen, kritisiert Zunder. Zeitweise kam es in den Wahllokalen zu Staus, für die niemand etwas konnte. Um die Situation zu entspannen, waren in den Wahllokalen Parey und Güsen, die jeweils in den Kitas waren, noch extra Räume als zusätzliche Wahlkabinen genutzt worden. Die Wahlhelfer berichteten, dass es Wähler gab, die an die zehn Minuten in den Kabinen blieben.

Insgesamt gab es in Elbe-Parey 62 Wahlhelfer: je zehn in Güsen und Parey, neun in Bergzow, acht in Ferchland, sieben in Neuderben und je sechs in Derben, Hohenseeden und Zerben.

Am längsten ausgezählt wurde in Parey, dem größten Ortsteil: bis gegen Mitternacht, und mit allen Niederschriften waren die Wahlhelfer hier gegen 0.30 Uhr fertig. In Güsen habe es auch bis gegen 0.15 Uhr gedauert.