Die "Rechnung" ging auf: Was ein kleiner Verein - die Jerichower Schützengilde - allein nicht mehr geschafft hat, das gelang nun gemeinsam von vielen Vereinen und Gruppen. Ein gelungenes Fest, das zahlreiche Jerichower und Gäste lockte, wurde am Sonnabend gefeiert.

Jerichow l Natürlich hatten die Mitglieder der Schützengilde einen bedeutenden Anteil an der Gestaltung des Fests, aber sie waren sehr froh, diesmal nicht allein dazustehen.

Und so sollte es künftig auch bleiben, das brachten an diesem Tag viele Leute zum Ausdruck. Nur wenn alle gemeinsam anpacken, kann ein solcher Höhepunkt gelingen. Das war auch früher schon so, wie der ehemalige Klostermuseumsdirektor Rolf Naumann, Mitglied des Förder- und Heimatvereins Stadt und Kloster Jerichow, in einem kleinen Rückblick auf das Jerichower Vereinsleben berichtete: "Es kann auf eine lange und vielseitige Tradition zurückblicken. Mit dem Erstarken des Bürgertums im 19. Jahrhundert entstand das Vereinswesen, um die verschiedenen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Interessen und Anliegen der Bürger wahrzunehmen. Die Vereine dienten dem Gedankenaustausch, gemeinsamen Beratungen und Beschlüssen, der gegenseitigen Hilfe und Unterstützung, aber auch der Pflege von Geselligkeit und öffentlichem Auftreten bei bestimmten Anlässen."

Tatsächlich sei die Jerichower Schützengilde der erste, älteste und größte Verein in Jerichow gewesen, berichtete Naumann. "Sie wurde 1825 nach den verheerenden Napoleonischen Kriegen gegründet. Ihre ursprüngliche Aufgabe war der Schutz der Bürger bei Kriegen und Unruhen und die Vorbereitung der Jugend auf den Militärdienst. Sie wurde durch das Preußische Königshaus gefördert. Die jährlichen Schützenfeste mit Umzügen und Preisschießen waren beliebte Volksfeste."

Rolf Naumann hatte über 18 frühere Vereine Informationen gefunden. Mehr dazu und zum Fest insgesamt in den nächsten Tagen. Hier soll nur noch das "Geheimnis" des neuen Schützenkönigs gelüftet werden, der diesmal eine Königin ist: Anke Hannemann.

Als sie beim Schützenfest vor einem Jahr von Schützenkönig Ralf Hannemann, ihrem Mann, zur Königin erwählt worden war, hatte sie angekündigt, auch mal wieder aus eigener Leistung Königin zu werden. Dieses Ziel hat sie sehr schnell erreicht: Sie gewann das Königsschießen 2013. Dass sie nun umgekehrt ihren Mann zum König erwählte, war zu erwarten. So wechselte nur die Königskette zwischen beiden.

   

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