Das hat es in Jerichow lange nicht mehr gegeben, und wen man nach diesem gemeinsamen Fest der Vereine auch fragte, war voll des Lobes und überzeugt, dass es bei diesem einen Mal nicht bleiben dürfe. Wenn auch nicht alles nach Plan lief, so war es trotzdem ein rundum gelungener Tag.

Jerichow l Ein bisschen Improvisation gehört immer dazu bei so einer großen Veranstaltung, vor allem wenn sie das erste Mal in dieser Form stattfindet. Über einen stehen gebliebenen Oldtimer-Traktor fast am Ende des Festumzugs kann man nur schmunzeln, weniger schön ist da schon, dass der Auftritt der Dorfspatzen aus einem traurigen Anlass gestrichen werden musste. Beim Festumzug waren sie aber noch dabei, und Chorleiter Andreas Dertz eröffnete in seiner Funktion als Jerichower Ortsbürgermeister das Fest.

Mit ihm waren auch Bürgermeister Harald Bothe, zugleich Vorsitzender des Klietznicker Verschönerungsvereins, sowie weitere Vorsitzende und Vertreter von Vereinen und weiteren Organisationen auf der Bühne.

"Wir sind nur gut, wenn das Interesse der Einwohner für ihre Vereine und deren Tätigkeit zunimmt", motivierte Gerhard Ritter, stellvertretender Vorsitzender des Förder- und Heimatvereins Stadt und Kloster Jerichow die Anwesenden, sich einzubringen. Zuvor hatte er über den Verein berichtet und übergab dann das Wort an Rolf Naumann. Der Diplom-Historiker ist ebenfalls Vereinsmitglied und natürlich der Richtige, wenn es um die Vereinsgeschichte der Stadt geht, worüber er viel Interessantes zusammengetragen hatte.

Der Festumzug führte von der ehemaligen Ladestraße des alten Bahnhofsgeländes - heute Jugendklub - aus zunächst durch einen Teil der Altstadt und dann im Bogen zum Steinitzer Weg und durch die Siedlung zurück. Erfreulich lang war der Zug, der vorn und hinten von den Freiwilligen Feuerwehren Jerichow, Klietznick und Kleinmangelsdorf abgesichert wurde.

Die Spitze gehörte der Jerichower Schützengilde und ihren Gästen von den Schützenvereinen aus Genthin, Möser, Tangermünde und Klietz. Auf einem alten Armee-Lastwagen hatte das Genthiner Blasorchester Platz genommen und spielte natürlich auch. Weiter ging es mit den Jerichower Oldtimerfreunden, mehreren Abteilungen des Sportvereins Lok Jerichow, darunter einem mit kleinen Toren, Shirts, Fahnen, Luftballons und anderem gestalteten Hänger. Auch die "Volti-Kids" mit zwei Pferden waren dabei.

Ehrenamtliche vertraten, verkleidet als Mönche, die Stiftung Kloster Jerichow und hatten auf einem Traktor mit Hänger auch das Modell der Klosterkirche dabei. Es folgten Vertreter des Fördervereins, danach der Traktor des Heimatvereins Mangelsdorf mit allerhand Utensilien der Karnevalsgruppe sowie die Mitglieder in Kostümen. Der Verschönerungsverein Klietznick war mit seinem Wasserwagen und einem Hänger, auf dem mehrere "Dorfspatzen" saßen, dabei, der Klietznicker Anglerverein hatte einen Kahn hinter einen Oldtimer-Pick-up gehängt, auf einem schön geschmückten Hänger saßen Mitglieder des Natur- und Heimatvereins Steinitz, es folgten Kameraden der Feuerwehr und nach ihnen drei Generationen Feuerwehrfahrzeuge: eine alte Handdruckspritze der Mangelsdorfer, ein nicht ganz so alter "Robur" und am Schluss die moderne Drehleiter.

Nach der Proklamation der Schützenkönigin Anke Hannemann wurde von den Grundschulkindern, der Tanzgruppe "Step by Step", den "Saitenspinnern", den Gymnastik- und den Aerobicfrauen ein tolles Programm gestaltet, und mit allerhand Sport- und Spielangeboten gab es viel Spaß und Unterhaltung.

Über einen richtig vollen Saal und tolle Stimmung am Abend durften sich die Organisatoren auch freuen. Der Jerichower Gospelchor und die Linedancegruppe "Crazy Chicks" kamen super an, und eine Überraschung gab es von den Oldtimerfreunden, die ein "Ständchen" brachten, auf der Gitarre begleitet von Jens Dittmann. Den Hauptpreis der Tombola hat Familie Große gewonnen: Das Autohaus B K Stendal stellt für ein Wochenende einen tollen Wagen einschließlich 500 Freikilometern zur Verfügung.

"Ich bin total zufrieden", zieht Ortsbürgermeister Andreas Dertz Bilanz nach diesem ersten gemeinsamen Vereinsfest und fügt an: "Wir müssen uns unbedingt noch einmal treffen, um zu schauen, was noch besser gemacht werden kann." Denn dass es weitere solche Feste geben muss, daran lässt auch er keinen Zweifel. "Gesprochen hatten wir ja schon länger davon. Jetzt ist es endlich gelungen!" Und auch Bürgermeister Harald Bothe ist sehr zufrieden und froh, dass alles so gut gelaufen ist.

   

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