Der Wasserturm muss dringend saniert werden. Ein ernsthafter Wille von Seiten des Landes besteht. Ob und wie gefördert werden könnte, wird erst im Spätsommer entschieden. Vage Prognose: Beginn der Arbeiten bei Förderung frühestens 2016.

Genthin l Vor-Ort-Termin am dringend sanierungsbedürftigen Wasserturm in Genthin. "Ich komme heute nicht mit dem Scheck", schickte Staatssekretär Dr. Klaus Klang vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalts voraus.

Ein hartes Stück Arbeit, aber der Wille ist da

Bei seinem Besuch im Wahrzeichen am Dienstag schätzte er die Situation als ein "hartes Stück Arbeit" ein. Klang machte sich dazu vor Ort ein Bild von dem Projekt. Dazu galt es, auch die 225 Stufen und 48 Meter bis zur Aussichtsplattform zu überwinden. Dort stellte Klang anerkennend fest: "Für den Ausblick hat es sich auf jeden Fall gelohnt."

Es bestehe ein ernsthafter Wille des Landes, alle Möglichkeiten zur Sanierung und Fördermöglichkeiten auszuloten. "Das Land ist bestrebt, zu helfen, wo es irgendwie geht", versicherte Klang. Fakt ist aber, finanzielle Förderungen werden an der Anzahl der eingehenden Anträge sowie an Bedarf und Wichtigkeit der Projekte im Land gemessen. Nicht nur knapp bestückte Fördertöpfe, sondern auch neu zugeschnittene Programme, die im Spätsommer kommen sollen, lassen euphorische Zuversicht ausbleiben.

Bürgermeister Thomas Barz wünscht sich einen Beginn der Sanierung des denkmalgeschützten Wasserturms bis spätestens 2016. Eine vage Prognose bei derzeit noch unklaren Rahmenbedingungen.

Zwei Programme, momentan nur Arbeitstitel, kommen für die Förderung eines Teils der Sanierungskosten in Frage. Der Anteil der Stadt läge, je nach Programm, zwischen 20 und 40 Prozent. Doch selbst diese Angabe ist noch nicht in Zahlen ausdrückbar. Da bisher unklar ist, wie viel Geld später in den Fördertöpfen landen wird. Die nötige Sanierungssumme für den Wasserturm beträgt mehr als 1,2 Millionen Euro. Fest steht, eine 100-prozentige Förderung wird es bei keinem der Landesprogramme geben.

"Es wird Zeit, dass was geschieht", machte Landtagsabgeordneter Detlef Radke, der den Besuch Klangs auf den Weg brachte, deutlich. Es sei schwer, aber nicht unmöglich.

Der Wasserturm ist Genthins Eiffelturm

Sein überspitzter Vergleich spiegelte auch die Bedeutung des Wahrzeichens für die Kanalstadt wider: "Der Wasserturm ist für Genthin wie der Eiffelturm für Paris."

Nicht nur die Weitsicht hielt Klang oben auf dem Wasserturm bildlich fest. Scheinbar klein erscheint dem gegenüber der dringliche Wunsch der Gemeinde nach einer Sanierung."Für die Genthiner Seele ist die Sanierung ein wichtiges Anliegen", so Barz. Wird gefördert, soll es 2016 los gehen.