Ein neuer Fußboden aus alten Steinen entsteht in der Parchener Kirche. Die wird gerade für rund 8500 Euro saniert. Was geschafft wurde, ist beim Gottesdienst am Pfingstsonntag zu sehen.

Parchen l Klack, klack... Beständig klingt das Klopfen des Putzhammers durch die Kirche. Ein großer Steinstapel liegt vor Detlef Kartz. Stein für Stein trägt der Bauarbeiter den Mörtel ab. "Jeder einzelne muss geputzt werden, das ist aufwendig", sagt er, während er einen Stein beiseite legt und sofort zum nächsten greift. Sein Kollege Hans-Jürgen Pritzkow nimmt die geputzten Steine in Empfang und verlegt sie auf der frischen Betonschicht. "Vorher haben wir den Untergrund mit Schotter auf Höhe gebracht."

Für ein Gotteshaus untypische Betriebsamkeit herrscht in diesen Tagen in der Parchener Kirche. Rund zwei Wochen haben die Bauarbeiter für die Sanierung eingeplant.

Pfarrer Reinhard Simon erklärt, was in der Kirche, die zum Pfarrbereich Genthin gehört, passiert: "Die Arbeiten gehören zu den im Laufe der Jahre Schritt für Schritt erfolgenden Maßnahmen zur Erhaltung der Parchener Kirche." Nach den Arbeiten am Dach wurden Fenster und Türen repariert und gestrichen. Die Bänke sind zum großen Teil rausgenommen worden.

"Darunter zeigt sich ein sehr stark verworfener Steinfußboden", sagt Pfarrer Simon. Deshalb putzt Bauarbeiter Kartz jetzt jeden Stein, dann werden sie einzeln wieder eingepasst. "Die Steine von heute sind kleiner", erklärt Hans-Jürgen Pritzkow. "Diese hier haben noch Reichmaß." Die erste Mauerziegelnorm ist im August 1922 veröffentlicht worden. Die aus dieser Zeit stammenden Ziegel hatten gewöhnlich Maße von 250 x 120 x 65 Millimeter. "Das so genannte Reichsmaß", erklärt Pritzkow.

Für Fenster, Türen und Fußboden werden etwa 8500 Euro fällig. Rund 3200 Euro kommen aus dem Leader-Fördertopf, den Rest bezahlt die Kirche aus Eigenmitteln. "Wenn der Fußboden fertig ist, müssen die Bänke wieder rein", gibt Pfarrer Simon einen Ausblick auf das, was noch ansteht. Vorher hat Detlef Kartz aber noch einige Steine vom Mörtel zu befreien.

Bevor Pfarrer Simon am Pfingstsonntag das erste Mal auf neuem Fußboden das Wort ergreift, wird also der Putzhammer noch ein paar Tage in der Kirche klingen. Klack, klack ...

   

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